Andrew Taylor

Die vier letzten Dinge

Roman
Cover: Die vier letzten Dinge
Zsolnay Verlag, Wien 2000
ISBN 9783552049871
Gebunden, 264 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Renate Orth-Guttmann. Die kleine Lucy Appleyard wird an einem kalten Winternachmittag aus dem Haus ihrer Tagesmutter entführt, und damit beginnt ein Alptraum für ihre Eltern. Als die ersten grässlichen Funde gemacht werden - auf einem Friedhof, in einer Kirche - wird klar, dass es sich um Botschaften handelt, die sich auf Lucy beziehen. Doch erst nach und nach stellt sich heraus, dass sie einen Hinweis auf die Eschatologie enthalten, die Lehre von den letzten vier Dingen: Tod und Gericht, Himmel und Hölle. Die Polizei weiß nicht mehr weiter, nun ist der Rat der Theologen gefragt - zum Beispiel der von David Byfield...

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 22.02.2001

In einer Doppelrezension stellt Tobias Gohlis die zwei ersten Teile einer Trilogie vor, die versucht, sich einem Verbrechen von verschiedenen Seiten zu nähern. Autor Taylor geht bei seiner Untersuchung von der Gegenwart in die Vergangenheit des im Mittelpunkt stehenden Städtchens Roth. Dieses sei charakterisiert durch "die Kirche, das Herrenhaus, einen Pub und einen trüben Bach" - und damit prototypischer Schauplatz zahlloser Kriminalromane.
1) "Die vier letzten Dinge" (Zsolnay-Verlag)
Im ersten Teil der Trilogie erzählt der Autor die Entführung eines vierjährigen Mädchens und spielt dabei derart subtil und wirkungsvoll mit der Phantasie des Lesers, dass Gohlis ihm den Titel eines "Meisters des Grauens" verleiht, der selbst "hartgesottene Krimileser" in "Albträume verfallen" lasse. Seinen Abschluss und Höhepunkt finde das Buch in einem "vollständigen Nichtverstehen" der Situation, das den Ausgangspunkt für die nachfolgenden Bände bildet.
2) "Das Recht des Fremdlings" (Zsolnay-Verlag)
Im zweiten Teil der Trilogie spürt Autor Taylor den feinen Haarrissen in der kleinbürgerlichen Idylle nach, in deren Mittelpunkt diesmal der Gemeindepfarrer steht. Dieser durch "zehnjähriges Zölibat gestärkte Witwer" ist nur scheinbar Herr seiner selbst, erzählt Gohlis. Er habe in Wahrheit mit einem "Triebstau" zu kämpfen, der ihn derart einnimmt, dass er die Andeutungen, der sich nähernden Katastrophe nicht wahrnimmt und selbst immer tiefer in den Sog seiner Obsession und Scham gezogen wird. Der Roman lässt sich auch ohne Kenntnis des Vorgängers verstehen, versichert Gohlis. Wer den ersten Teil kenne, finde aber noch mehr Lesegenuss.
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