Aus dem Amerikanischen von Sebastian Vogel und Claudia Holfelder von der Tann. Mit seinem neuen Buch führt der Evolutionsbiologe und Paläontologe Stephen Jay Gould Literatur, Wissenschaft und persönliche Ansichten zusammen. Ob er über die Sonnenfinsternis in New York, Mary Shelleys "Frankenstein" oder die Trugschlüsse der Eugenik berichtet, stets entwickelt er einen umfassenden Blick auf die Welt. Anders als viele Wissenschaftler geht er davon aus, dass die Evolution kein langsamer, stetiger Prozess ist, sondern von plötzlichen Ereignissen vorangetrieben wird. Seine Theorie erläutert er anhand vieler überraschender Fragen: Warum wird unseren Schulkindern fälschlicherweise beigebracht, dass die Menschen im Mittelalter glaubten, die Erde sei eine Scheibe? Wie kann eine 1842 ausgestellte Quittung über den Kauf von Bier und Wurst die Herkunft einer ausgestorbenen Antilopenart belegen? Was hat ein Riesenpilz mit dem Wesen der Individualität und der Triebkraft der Evolution zu tun? Warum wurden Schnecken in wissenschaftlichen Abhandlungen des 17. Jahrhunderts spiegelverkehrt dargestellt?
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.11.2000
Einen echten "Fliegenbeinzähler" stellt Michael Hampe uns vor. Stephen J. Gould, Professor für Zoologie mit dem Spezialgebiet "Wirbellose", gehört zu den Finanzbeamten unter den Naturwissenschaftlern. Doch was heißt das schon. "Gould ist einfallsreich, witzig und wortgewaltig", klärt uns Hampe auf, seine Essays zeugen von "atemberaubender Kreativität". Und sind auch Stummelfüßler und Zungenwürmer jedermanns Sache nicht, hier wird der Darwinismus mit einem Scharfsinn und einem Unterhaltungswert aufgerollt, dass sich der Rezensent gerne etwas vorzählen lässt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.10.2000
Der Rezensent Thomas Hauschild findet die Essays von Stephen Jay Gould (von Haus aus: Schneckenforscher) ganz und gar vorbildlich, was den Versuch angeht, naturwissenschaftliche Erkenntnisse so informiert wie unterhaltsam für ein breites Publikum aufzubereiten. In den hier versammelten Essays geht es um sein "katastrophisches" Bild der Evolution, Edgar Allan Poes Buch über Muscheln und nach der Abfolge ihrer evolutionären Abspaltung organisierte naturhistorische Museen. Am besten gefällt Hauschild Goulds Text über seine Reise nach Curacao, der sich durch seine "Einfachheit, Klarheit und menschenverbindende Bescheidenheit" auszeichne.
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