Andreas Münzner

Geografien

Cover: Geografien
Liebeskind Verlagsbuchhandlung, München 2005
ISBN 9783935890335
Gebunden, 128 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

In "Geografien" vereint Andreas Münzner Prosaskizzen von einer Welt, in der die Entfernungen zwischen Orten geringer werden und die Abstände zwischen den Menschen größer. Lakonisch, distanziert und mit schwarzem Humor beschreibt er Personen und deren geographische Affinität, er erzählt von Freundschaft und Einsamkeit, Fernweh und Heimat. So entstehen literarische Landkarten, die auf ebenso behutsame wie eindringliche Weise unsere Gegenwart abbilden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.02.2006

In seinen "Erzählminiaturen" unternimmt Andreas Münzer den Versuch, "die Koordinaten und Muster zu zeigen, die etwas so scheinbar Individuelles wie den Lebenslauf bestimmen", berichtet der Rezensent Nico Bleutge. Münzers Figuren, so der Rezensent, haben es sich in ihrem "kleinen System" gemütlich gemacht und beginnen, gefährlich zu schwanken, sobald eine Veränderung eintritt und sei sie noch so harmlos oder oberflächlich. Die Schilderung dieser Ordnung im Kopf, die als Schutzraum, aber auch als Gefängnis empfunden werden kann, erinnert den Rezensenten unter anderem an Thomas Bernhard, vor allem aufgrund der insofern mangelnden erzählerischen Verlässlichkeit, als "Wirkliches und Mögliches gleichwertig nebeneinander" stehen. Doch im Gegensatz zu dem von Bernhard inszenierten Schrecken begibt sich Münzer eher in das harmlosere Gefilde des "Inventars" oder der "kleinen Anekdote", findet der Rezensent und lässt allerdings offen, wie dies zu bewerten ist. Dass der Autor in seinen Figurenentwürfen auf das "Kuriose" verzichtet, ist ihm jedenfalls "sympathisch". Schade nur, so die Einschätzung des Rezensenten, dass Münzer seine Figuren mitunter zu sehr mit Bedeutung aufladen will, auf eine "absehbare Pointe" zusteuert, auf "kleine Moral" zurückgreift und in der Figurencharakterisierung zu sehr auf unkommentiertes biografisches Material vertraut.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 04.01.2006

Ob der Rezensent Ulrich Rüdenauer Freude an diesen Geschichten hat, von denen die meisten mit knappen Worten das Motiv der Verlorenheit und der Heimatlosigkeit umreißen, wird aus seiner Rezension nicht richtig erkenntlich. Konsequent findet er die Umsetzung der Idee in den "kuriosen Kurz- und Kürzestgeschichten" aber auf jeden Fall. Die vermitteln auf eher "anekdotische als allegorische" Weise eine zentrale Beobachtung: " Je leichter alles erreichbar wird, je größer die Versprechungen einer immer kleiner werdenden Welt, desto begrenzter Zeit und Raum". Trotzdem scheint der Rezensent den Überbau von Alexander Kluges "Chronik der Gefühle" oder auch den Humor von Peter Bichsels Erzählungen - an diese beiden Autoren fühlt er sich erinnert - zu vermissen.
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