Thomas Willmann

Das finstere Tal

Roman
Cover: Das finstere Tal
Liebeskind Verlagsbuchhandlung, München 2010
ISBN 9783935890717
Gebunden, 320 Seiten, 19,80 EUR

Klappentext

In einem abgelegenen Tal, eingekesselt von mächtigen Bergen, lebt eine verschworene Dorfgemeinde. Eines Tages kommt ein Fremder namens Greider in die Ebene. Er gibt sich als Maler aus und bittet um Quartier für den Winter. Nach langem Zögern weisen ihm die Dorfbewohner eine Unterkunft im Haus der Witwe Gader zu. Bald schon nach Greiders Erkundungszügen durchs Tal kommt der erste große Schnee und schneidet ihm den Rückweg ab. Das Leben im Dorf kommt langsam zur Ruhe bis eine mysteriöse Todesserie die Leute aufschreckt. Erst verunglückt der jüngste Sohn vom Brenner Bauern, dem heimlichen Herrscher des Tals, beim Holzmachen. Dann wird einer seiner Brüder tot im Mühlbach gefunden ...

Im Perlentaucher: Wer öffnet heute noch nackt die Tür?

Was für ein großartiger Moment es doch sein kann, wenn ein Maler seine Pinsel aus der Hand legt und zum Gewehr greift. Thekla Dannenberg in Mord und Ratschlag

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 05.03.2011

Dass die Verbindung zwischen Italowestern und Heimatmelodram so spannend sein kann, hätte Rezensentin Katharina Granzin vor der Lektüre von "Das finstere Tal" nicht gedacht. Aber der Journalist Thomas Willmann hat mit seinem durch den Heimatschriftsteller Ludwig Ganghofer und den Filmregisseur Sergio Leone inspirierten Debütroman den Beweis angetreten: Ein harmlos wirkender Maler in Cowboystiefeln kommt in ein einsames Alpental, mit dem ihm ein dunkles Geheimnis verbindet. Dank nur sparsam gesetzter Andeutungen entwickle Willmann in seiner Geschichte um Macht und Unterdrückung einen wunderbar unerträglichen Spannungsbogen. Dabei wirkt seine dezent antiquierte Ausdrucksweise nie gekünstelt, lobt die Kritikerin. Einzig die finale endlose Schießerei, die auf der Leinwand sicher von "irritierend ästhetischem Reiz" gewesen wäre, ertrinke hier in zuviel "vertextetem Theaterblut". Aber das ist der Rezensentin im Grunde genommen egal, hat sie dieser nervenzerreißende Roman doch derart gefesselt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.10.2010

Alle Achtung, meint Anja Hirsch: Landschaft und Personen so "cinemaskopisch" in Szene setzen, das kann sonst nur Howard Hawks. Thomas Willmanns Debüt merkt sie also durchaus an, dass der Autor eigentlich Kulturjournalist mit einem Faible für Kino und Western ist. Er erzählt die Geschichte eines Alpendorfs, in das ein Maler, der berühmte Fremder also, einbricht und das bis dahin herrschende Gefüge aus Macht, Gewalt und archaischen Strukturen durcheinander bringt. Ziemlich gut gefällt ihr, wie Willmann seine Helden vor einer gigantischen Kulisse inszeniert, sie stilisiert, immer mit einem Hauch Ironie, ohne die Geschichte aber jemals ins Klamaukige kippen zu lassen. "Tollkühn" sei das, und eine ganz neue Verbindung von Western und Heimatroman.
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