Bruno Preisendörfer

Die Vergeltung

Roman
Cover: Die Vergeltung
Liebeskind Verlagsbuchhandlung, München 2007
ISBN 9783935890441
Gebunden, 239 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Vor dem Frankfurter Hauptbahnhof steigt ein Mann in ein Taxi. Während er sich auf den Beifahrersitz fallen lässt, drückt ihm die Waffe in seiner linken Jackentasche unangenehm auf die Brust. Leise sagt er dem Fahrer, wohin er will: zum Messegelände nach Düsseldorf. Der Fahrer pfeift durch die Zähne, so eine Fahrt ist zwischen 250 und 300 Euro wert. Er stellt den Zähler auf Null, meldet sich bei der Zentrale ab und fährt los. Die beiden haben Glück, es ist nur wenig Verkehr und sie kommen rasch aus der Stadt. Nach einigen Kilometern merkt der Fahrgast, dass er einen Fehler gemacht hat, als er vorn eingestiegen ist. Denn er will dem Mann, der vor zwanzig Jahren seine Frau ermordete, in die Augen schauen, wenn er Vergeltung übt...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.09.2007

Rezensent Kilian Trotier hat mit Spannung zum neuen Roman von Bruno Preisendörfer gegriffen und sich dann doch ein bisschen gelangweilt. Der Plot ist eigentlich fesselnd genug: auf einer Taxifahrt von Düsseldorf nach Frankfurt hat der Fahrgast Michael Stein nichts anderes im Sinn, als seinen Fahrer zu erschießen, erzählt Trotier. Auch die Pointe ist in ihrer überraschenden Wendung gut ausgedacht und erfüllt alle Erwartungen an einen spannenden Krimi, so der Rezensent weiter. Schade nur, dass zwischen Anfang und Ende des Romans zuviel für den Fortgang der Handlung gänzlich Unwichtiges ausgebreitet wird, Preisendörfer sich in Beschreibungen der Frankfurter Taxifahrerszene oder von Besuchen im Waschsalon verzettelt. Doch ganz so schlimm scheint das nicht zu sein, denn in einer überraschenden Wendung seiner Kritik empfiehlt Trotier diesen Roman dann doch noch als spannendes Lesefutter für den "kurzen Lesehunger zwischendurch".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.09.2007

Nicht nur für "eine längere Zugfahrt" sollte man sich diesen Roman von Bruno Preisendörfer mit ins Handgepäck legen, findet Rezensent Karl-Markus Gauß. In dieser "fein gearbeiteten" Geschichte um eine Freundschaft zweier Feinde will ein Mann nach 20 Jahren Rache an dem Mörder seiner Frau üben, der sich - wieder auf freiem Fuß - jetzt als Taxifahrer verdingt. Zu allem bereit steigt der Witwer eines Tages in jenes Taxi, das ihm eigentlich zum Schauplatz der lang herbeigesehnten Vergeltung werden sollte. Jedoch scheitert sein Tötungsversuch bereits im Ansatz, da sich der Mörder als hilfsbereiter, trauriger und schuldbewusster Mensch entpuppt, wie Gauß weiter erzählt, den er am Ende sogar "symphatisch findet". Mit geradezu "tragischer Unausweichlichkeit" und großem "handwerklichen Geschick" erzähle der Autor diese Geschichte, an deren Ende dann ein überraschender "Show-Down" steht, das "ganz anders gerät, als man es sich vorgestellt hat".

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