Arne Nielsen

Donny hat ein neues Auto und fährt etwas zu schnell

Erzählungen
Cover: Donny hat ein neues Auto und fährt etwas zu schnell
Liebeskind Verlagsbuchhandlung, München 2003
ISBN 9783935890182
Gebunden, 124 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Ein vom Vormieter zurückgelassenes Bild in einer leeren Wohnung bringt einen Schriftsteller gehörig aus der Fassung. Ein Junge nimmt die Geburtstagseinladung eines Klassenkameraden an, weil er sich in dessen Mutter verliebt hat. Ein bekannter Filmstar träumt davon, am Samstagmorgen unbehelligt seinen Wagen in der Garagenauffahrt waschen zu können. Ein Metzger versucht, mit einer Spende an das städtische Tierheim sein schlechtes Gewissen zu beruhigen. Arne Nielsens Geschichten handeln von Menschen, die mit ungeahnten Hoffnungen oder nie gekanntem Leid konfrontiert werden. Oft sind es Außenseiter, die versuchen, ihr Leben in den Griff zu bekommen, oder Sonderlinge, die nicht die Kontrolle über andere verlieren wollen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.01.2004

Mit diesem Band mit Erzählungen von Arne Nielsen ist Maike Albath nicht so recht zufrieden, auch wenn sie ihm durchaus einige Qualitäten zuerkennt. Immerhin gelingt es dem Münchner Autor in seinen 14 Erzählungen, die allesamt von "Tristesse auf deutschem und amerikanischen Boden" und aus dem Blickwinkel auswegloser Existenzen erzählen, die "Brutalität" und die Beschädigungen der Figuren "subtil" einzufangen, räumt die Rezensentin ein. Was ihr aber zunehmend missfällt, ist das immergleiche "Grundmuster" der Geschichten, das Nielsen kaum variiert, wie die Rezensentin kritisiert. Auch die zunächst noch überzeugende Lakonie "nutzt sich ab", so Albath etwas gelangweilt, und der Autor wird erst in zukünftigen Texten zeigen müssen, dass er "nicht nur eine Masche beherrscht, sondern auch etwas zu sagen hat".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.11.2003

Glücklicherweise spreche aus den Erzählungen des 1971 in Dänemark geborenen, nun in Hamburg lebenden Arne Nielsen "nicht nur der studierte Wirtschaftswissenschaftler, sondern auch der gelernte Herrenschneider". So jedenfalls formuliert es Martin Lüdke in seinem Fazit seiner insgesamt wohlwollenden Besprechung. Auch sieht er in Nielsens Biografie, zuvor war dieser noch als Tankwart, Friedhofswärter und Konsulatsbeamter tätig, die "Eingangsvoraussetzungen" zur Schriftstellerei fast schon klischeehaft erfüllt. Den Geschichten war jener scheinbare "Zuwachs an Lebenserfahrung" jedenfalls ab und an von Vorteil, erklärt uns der Rezensent. Von den stark an Raymond Carver orientierten Erzählungen hat Martin Lüdke nämlich zumindest eine als "grandios" empfunden, weitere seien "echt gut" und der Rest "immerhin durchwachsen".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.10.2003

"Es hätte so nett werden können", würden die Geschichten so belanglos weiter gehen, wie sie beginnen, seufzt Tobias Haberl. Aber das gönne einem Arne Nielsen nicht. Die Einblicke in die Seelen der einen tagtäglich umgebenden Menschen seien "unschön und ungeschönt". Brave Jungs werden zu Mördern und töten wahlweise ältere Männer oder unschuldige Hühner. Haberl findet diese 14 Erzählungen trotzdem gelungen, denn Nielsen beherrsche die Kunst der "lakonischen Sprache". Letztlich beschreibe er einfach "vollkommen normale Menschen", die der Rezensent zu seiner Erleichterung vom Autor nicht bewertet sieht. Die Figuren stehen alle am Rand der Gesellschaft - und ihr Gewaltpotential mache sie verdammt "unberechenbar", wodurch viel "Ungeheuerliches und Unappetitliches" passiere.
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