Der 1. FC Köln (samt Ziegenbock) ist eine Institution in der Domstadt. Das kam, verdamp lang her, irgendwie einem kleinen Jungen zu Ohren. Der war zwar kein kölsche Jung und nicht aus dem Veedel, doch weil ganz Kölle eine einzige Familie ist, darf auch ein Nordlicht den FC gern haben. Frei nach dem Motto: Et hätt noch immer jot jejange. Auf diesen Seiten erfahren die weltgewandten Feingeister aus Köln (inklusive aller anderen Erdenbewohner) in höchst literarischer Manier, warum das so kam und nicht anders.
Uli Hannemann sind die 130 Seiten am Ende viel zu wenig, die Andreas Merkel seinem Lieblingsverein und seiner Lieblingssportart widmet. So klug und unterhaltsam und komisch scheinen Hannemann die Versuche des Autors, das nerdhaft Verehrte auch intellektuell zu durchdringen. Wie Merkel das anstellt, mit zwischen Weisheit und Flapsigkeit schillerndem Blick ins Unendliche, über das Private, Popkulturelle und Philosophische hinweg, findet Hannemann witzig. Dass der Autor sich die Selbstironie bewahrt, etwa, wenn er über seine Rolle in der Nationalelf des Autorenfußballs schreibt, scheint dem Rezensenten hilfreich.
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