Günter Netzer

Aus der Tiefe des Raumes

Mein Leben
Cover: Aus der Tiefe des Raumes
Rowohlt Verlag, Reinbek 2004
ISBN 9783498046835
Gebunden, 270 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Mit Helmut Schümann. Er steht für die unbeschreibliche Leichtigkeit des Fußballs wie sonst kaum einer. Günter Netzer, der blonde Spielmacher mit den großen Füßen, der wehenden Mähne und der Vorliebe für schnelle Autos, wurde schon als Aktiver zum Mythos - eine strahlende Symbolfigur für den besten Fußball, der je in Deutschland gespielt wurde. Auch danach blieb er Vorreiter: Als einer der ersten Sportler managte er einen Proficlub, und ebenfalls als einer der ersten wurde er zum erfolgreichen Unternehmer. Jeder kennt ihn, und doch wissen nur wenige, wie er wirklich ist. Was ihn prägte, welche Menschen ihm wichtig sind, wie er über den Fußball und das Business denkt. Jetzt erzählt Günter Netzer sein Leben. Von Kindheit und Jugend über die goldene Ära der Gladbacher "Fohlen-Elf" bis heute: Erinnerungen aus der Tiefe des Raumes und des Herzens.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.06.2004

Angesichts des gegenwärtigen Fußballüberangebots in den Medien nimmt es Rezensent Axel Rühle dem Fußballidol, Geschäftsmanns und Grimme-Preisträger Günter Netzer fast ein wenig übel, dass nun auch er meint, seine Lebensgeschichte zu erzählen müssen. Aber dann zeigt Rühle sich doch ganz angetan von dieser Autobiografie, die der Ferrari-Fahrer und Diskothekenbesitzer zusammen mit dem Journalisten Helmut Schümann verfasst hat - zumal dabei ein "erfrischend unprätentiöses" Buch herausgekommen ist, das alles Geraune über Netzer als "Marcuse des Fußballs" ins Leere laufen lasse. Interessant an Netzer findet Rühle vor allem dessen "Mischung aus Querulantentum und beruflichem Erfolg". Er erscheine als ein Vorläufer der Bobos, des Typus der "bourgeoisen Bohemiens" (David Brooks), die Reichtum und apolitische Rebellion, beruflichen Erfolg und nonkonformistische Haltung erfolgreich unter einen Hut bringen. Dass sich Netzer/Schümann nicht wie viele andere Fußballerbiografien von Spiel zu Spiel hangeln, "um das Ganze dann mit Leerformeln aus Motivationsseminaren (Kahn) oder Lebenskitsch (Beckham) aufzufüllen", findet Rühle ebenso lobenswert wie den Verzicht auf Klatsch und Lästereien über Netzers Antipoden Beckenbauer, den Konkurrenten Overath oder über Hennes Weisweiler.
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