Andreas Mayer

Freud gegen den Strich

Eine andere Geschichte der Psychoanalyse
Cover: Freud gegen den Strich
Matthes und Seitz, Berlin 2026
ISBN 9783751821216
Gebunden, 222 Seiten, 26 EUR

Klappentext

1899 veröffentlicht Sigmund Freud "Die Traumdeutung". Darin notiert er seine eigenen Träume akribisch und analysiert sie anhand sorgsam ausgewählter biografischer Details. Und legt gleichzeitig den Grundstein für eine Deutungstechnik und Kulturtheorie, die heute dank unzähliger Ausgaben und Übersetzungen weltweit rezipiert wird. Mehr als hundert Jahre später stellt sich die Frage, wie sich dieser klassische Autor gegen den Strich lesen lässt, um verborgene oder verdrängte Anteile der Geschichte der Psychoanalyse freizulegen. Mit seinen historisch-philologischen Essays verfolgt Andreas Mayer exemplarisch die prägenden Wechselbezüge zwischen modernen und antiken Methoden der Traumdeutung ebenso wie die Nachwirkungen der Galton'schen Mischfotografien auf Freuds Analyse von Traumbildern. Er folgt auf unerwarteten Pfaden den Spuren der berühmten Gradiva-Figur und den Anfängen der freien Assoziation im Spaziergang sowie den umkämpften Übersetzungsgeschichten, in denen die Frage nach der Unübersetzbarkeit von Traumlogik und Sprachwitz auf dem Spiel steht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.08.2026

Rezensentin Rose-Maria Gropp liest die Essays des Wissenschaftshistorikers Andreas Mayer über Freud und die Psychoanalyse mit Gewinn. Mayer denkt nach über die Psychoanalyse als "verträumte Illusion", Freud-Biografik unter dem Einfluss des Ödipuskomplexes und den Einfluss von Freuds Lektüren auf dessen Theorie. Für Gropp klärt er damit einige Erkenntnisziele Freuds auf und arbeitet konsequent an einer anderen Sicht auf die Praktiken der Psychoanalyse. Mayers Expertise und Kenntnis der Literatur stehen für Gropp außer Frage. Ebenso die klare, nachvollziehbare Argumentation des Autors.