Andre Heller

Als ich ein Hund war

Liebesgeschichten und weitere rätselhafte Vorfälle
Cover: Als ich ein Hund war
Berlin Verlag, Berlin 2001
ISBN 9783827002792
Gebunden, 138 Seiten, 16,36 EUR

Klappentext

Diese Erzählungen Andre Hellers spielen meist im Süden - in Marokko oder in Südspanien, in Cadiz und Tanger oder am Gardasee, wo ein Friseur an seinem "Ehrentag" eine unsterbliche Rede hält: "Italiener, Freunde, geschätzte Mitbürger, es drängt mich, Ihrer Liebenswürdigkeit mit Aufrichtigkeit zu begegnen."

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.08.2001

Für den Geschmack des Rezensenten ist das Buch ein bisschen zu süß: "Miniaturen aus Marzipan mit einem Hauch von aufgepinselter Verruchtheit" nennt Franz Haas die Erzählungen Hellers, der lieber bei seinen Feuerwerken bleiben sollte, wie Haas zu denken scheint. Dabei wären manche der Texte durchaus akzeptabel, "würden sie etwas weniger duften nach der Selbstinszenierung des Magiers" und dafür etwas mehr nach dem schlichten Odem der Wahrheit. Meistens jedoch kommt eben nur Kitsch heraus, meint Haas, schwelgt der Autor in "ausgesuchten Allgemeinplätzen und Genitivmetaphern" ("Hyänen der Schwermut") und bereitet dem Leser allenfalls ein Feuerwerk aus puren Plattitüden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.08.2001

Vernichtend schreibt Maria Frise, dass der Titel "Als ich ein Hund war" noch das Beste an der Geschichte sei. Ihre Erwartungen erfüllen sich in diesen "Kürzestgeschichten" nicht, und sie ermahnt das "allzu kritiklose Lektorat". Ob der Name André Heller allein schon genügt, um "weniger Gelungenes" zu verkaufen, fragt sie sich. Das Multimediatalent Heller sollte sich nicht auch noch auf die "Literatur ausweiten" und seine Einfälle "bedenkenlos einem Verlag anvertrauen", meint die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.06.2001

Einen Autor mit einem ziemlich fest umrissenen Weltbild, das Europa gar nicht gut aussehen lässt, erkennt Klaus Siblewski hier. Heller zeige uns "mit wissendem Blick" einen Kontinent, dessen Bewohner sich gegen alles Ungewisse hin abgeschottet haben, und sammle Geschichten als positive Gegenbeispiele. Schade nur, dass seine Erzählungen selbst so farblos bleiben, "als hätte sich der Autor die Aufgabe gestellt, in unbezweifelbar richtigen Sätzen Verlaufsprotokolle von diesen Begegnungen mit dem Unerhörten anzufertigen." Wer für das Überraschende werben will, findet Siblewski mit Recht, sollte seine eigene Fantasie doch an einer etwas längeren Leine führen.
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