Aus dem Englischen von Jan Karsten. Es ist das Jahr 1998. Mansoor Visram lebt nun schon seit 25 Jahren in Kanada, seit Diktator Idi Amin sämtliche Südostasiaten aus Uganda vertrieben hat. Mansoor, seine Frau Layla und ihr kleiner Sohn Ashif mussten ein erfolgreiches Leben hinter sich lassen und fliehen. Aber an alte Erfolge anzuknüpfen und die Familie in Kanada zusammenzuhalten ist viel schwieriger, als er erwartet hatte. Immer deutlicher treten die Risse zutage, die bereits vor Generationen - und auf anderen Kontinenten - entstanden sind. Vor allem der Konflikt zwischen Mansoor und seinem inzwischen erwachsenen Sohn spitzt sich immer weiter zu. In der Nacht der Bestimmung, der wichtigsten Nacht des Ramadan, in der sich das Schicksal für das kommende Jahr entscheidet, ereignet sich eine schreckliche Tragödie, die das Leben der Visrams für immer verändern wird, und die sie zwingt, sich endlich den Geistern der Vergangenheit zu stellen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 21.12.2021
Rezensentin Claudia Kramatschek bewundert, wie Anar Ali, auch anhand eigener Erfahrungen, die Abgründe einer ismailitischen Immigrantengemeinde im kanadischen Calgary auslotet. In Rückblenden erzählt Ali die Vorgeschichte ihrer Figuren, ihre Ausweisung aus dem Uganda Idi Amins 1972, ihre Verluste und Traumata, erklärt Kramatschek. Wie poetisch und zugleich intensiv die Autorin die komplexen zwischenmenschlichen Dynamiken der Immigrantenfamilien durchdringt, ihre Verantwortungs- und Loyalitätskonflikte, findet die Rezensentin enorm. In Jan Karstens "leuchtender" Übertragung wirkt der Roman auf sie nochmal so stark.
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