Der 'Amnesty International Report 2016' ist das essentielle Handbuch zur weltweiten Lage der Menschenrechte. Das vergangene Jahr war von gewaltsamen Konflikten und dem Versagen vieler Regierungen geprägt, die Sicherheit und Rechte der Zivilbevölkerung zu gewährleisten: Terror, Bürgerkriege, willkürliche Verhaftungen und Exekutionen waren für Zehntausende bittere Realität. Verfolgung und Diskriminierung sowie Folter und Tod gehörten zu den Ursachen für die größte Flüchtlingswelle seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Der 'Amnesty International Report' ist eine Bestandsaufnahme und gibt anhand von circa 160 Länderberichten - unter anderem aus der Volksrepublik China, Nigeria und den Vereinigten Staaten von Amerika - einen Überblick über die weltweite Situation der Menschenrechte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2016
Wilfried von Bredow deprimiert die Lektüre des jüngsten Jahresberichts von von Amnesty International. Die Globalisierung hat den Rückbau der Menschenrechte bewirkt, lautet sein niederschmetterndes Fazit, der internationale Rechtsrahmen trägt nicht mehr. Der Bericht ist voll von Verletzungen der Menschenrechte, ob in Lateinamerika, Nordafrika oder Asien. Vor allem systematische Gewalt und Terror fallen laut Bredow ins Gewicht. Dies wieder verschärft die Flüchtlingskrise und ihre Folgen, erkennt der Rezensent. Besonders die "Kultur der Straflosigkeit" in Mexiko und Kolumbien sowie die Rate der Gewalt gegen Frauen in Asien haben ihn schockiert. Die wenigen Hoffnungsschimmer im Bericht erscheinen dem Rezensenten wie Tropfen auf einen heißen Stein.
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