Aus dem Arabischen von Rafael Sánchez Nitzl. Der syrische Autor Nather Henafe Alali erzählt von einem Paar, das sich liebt. Als er im Krieg schwer verwundet wird und verschwindet, begibt sie sich auf den gefährlichen Weg nach Europa. In der Fremde trifft sie auf seinen engsten Freund. Ihre Geschichte scheint eine Wende zu nehmen, denn nichts ist unwahrscheinlich in den Wirren dieses Jahrhunderts. Alalis Debütroman handelt von Verlust und Erschöpfung, davon, wie der Krieg einem die Heimat nimmt - aber nicht die Hoffnung, nicht den Lebensmut, nicht die Widerstandskraft. Es ist ein Buch über Einsamkeit und Exil. Die Behauptung "Wir schaffen das" hat für Alalis Helden nämlich eine existentielle Bedeutung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2018
Rezensent Moritz Baumstieger scheint bei der Lektüre von "Raum ohne Fenster" des Öfteren ein kalter Schauer über den Rücken gelaufen zu sein: Die Geschichte über zwei junge Syrer, die in Damaskus zuerst den Krieg kennenlernen und sich dann auf eine nicht minder grausame Flucht gegeben, schreckt nicht vor der realistischen Zeichnung der grausigen Erlebnisse, die flüchtende und in den Krieg verwickelte Syrer heute machen, zurück, meint der Rezensent. So beklemmend und drastisch diese Schilderungen auch seien, so wahr sind sie vermutlich auch, bedauert Baumstieger, der sich trotz allen Mitgefühls für die Rebellen eine etwas differenziertere Darstellung des Konflikts gewünscht hätte: Gut und Böse ist hier entschieden sortiert, aber wie sollte es andererseits bei einem jungen Syrer, der selbst Verhaftung und Folter erlebt hat, auch anders sein, erkennt er.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Botho Strauß: Bleiben und Blicken In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…