Aus dem kanadischen Englisch von Brigitte Jakobeit. "Land der Bäume "ist der Roman einer Landschaft: des rauen Kap Breton an der kanadischen Atlantikküste. In dieser kargen Wildnis leben Menschen - sie werden Leuchtturmwärter, Minenarbeiter am Rand des Polarkreises oder ziehen mit ein wenig Glück in die Stadt. Doch für sie alle bleibt das Kap das wahre Zuhause. Ihren verschlungenen Lebenspfaden und packenden Erzählungen folgt Alistair MacLeod.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.10.2001
Georg Sütterlin spricht in seiner Rezension des ersten Romans von Alistair Mac Leod mehr über die früheren Erzählungen, die er weitaus gelungener findet, als über dieses neue Buch. Dem Roman fehlt es an einem überzeugenden Spannungsbogen, meint Sütterlin. Auch vermisst er in den wuchernden Geschichten einen Kern. Erzählt wird die Geschichte eines Clans in loser Szenenfolge, dessen Rahmenhandlung der Besuch Alexander Mac Donalds bei seinem Bruder Calum, einem in einem schäbigen Hospiz hausenden Alkoholiker, bildet. Es tauchen Figuren und Handlungen auf, die an die Erzählungen erinnern, und Sütterlin spricht daher auch zu Ende seiner Besprechung die Hoffnung aus, dass der Fischer Verlag jetzt auch die Kurzgeschichten herausgeben wird, denen Mac Leod seinen eigentlichen Ruhm verdanke.
Dorothee Dieckmann freut sich über dieses Buch und nimmt die Geschichte deshalb auch gleich vor dem potentiellen Vorwurf in Schutz, der Roman könne betulich wirken. Auf sie wirkt die Familiensaga mit ihrer "bruchlosen Konzentration auf's Allzumenschliche" eher angenehm unaufgeregt und besticht durch eine feine Komposition, die zuviel "archaische Schwere" vermeidet. Auch der Gefahr, nostalgisch und folkloristisch zu schreiben, entgehe die Autorin und schaffe statt dessen eine Figur, die "auf unspektakuläre Weise von Erinnerungen und Erzählungen bewohnt wird". Die Rezensentin lobt zudem die Übersetzung von Brigitte Jakobeit und ihr "leichtes, klares Deutsch".
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