Aus dem Englischen von Hartmut Zahn und Carin von Enzenberg. Wo ist Solomon Gursky? Der versoffene Schriftsteller Moses Berger macht sich auf die Suche nach dem legendären Spross einer jüdischen Immigrantenfamilie, der angeblich bei einem Flugzeugunfall ums Leben kam, just als er sich vor Gericht verantworten musste. Jeder weiß, dass das milliardenschwere Firmenimperium der Gurskys auf den Alkoholschmuggel zurückgeht. Und niemand wird leugnen, dass der Aufstieg der Familie Bestechung, Lügen und Intrigen geschuldet ist. Aber warum ist es so schwer, Genaueres über den Verbleib von Solomon Gursky herauszufinden, obwohl dieser auch nach seinem vermeintlichen Tod bei vielen Ereignissen von historischer Tragweite markante Spuren hinterlässt?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.05.2011
Eine alte jüdische Geschichte nennt Katharina Teutsch Mordecai Richlers Generationenporträt einer kanadischen "Spirituosen-Mischpoke", in der tatsächlich kaum Frauen vorkommen, dafür jede Menge (Über-)Väter und (missratene) Söhne. Typisch jüdisch ist für sie auch die Anekdotenkunst, die Kunst der Übertreibung, die Richler vorzüglich zu beherrschen scheint. Satirisch und mit wenigen Strichen gelingen dem Autor Figurencharakterisierungen, die Teutsch staunen lassen und deren Neurosen so sonst nur bei Woody Allen wuchern. Schon in dieser Hinsicht, meint Teutsch, lohnt es sich, den 2001 verstorbenen Autor in diesem neu aufgelegten Roman wiederzuentdecken.
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