Alison Gopnik, Patricia Kuhl, Andrew Meltzoff

Forschergeist in Windeln

Wie Ihr Kind die Welt begreift
Cover: Forschergeist in Windeln
Ariston Verlag, München 2000
ISBN 9783720521505
Broschiert, 293 Seiten, 18,41 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Gaby Turner. Babys lernen in den ersten drei Monaten mehr als ein Student in vier Jahren. Kinder im Alter von ein bis drei Jahren können bereits verallgemeinern und lernen individuelle Eigenschaften zu erkennen. Was Kinder im Alter von zwei Jahren schon spüren, ahnen und wahrnehmen, ist unglaublich und zeigt die erstaunliche Präzision, mit der sich das Wunderwerk Gehirn die Welt erobert.- Ein Buch über die Entwicklung des Kleinkinds, ein Buch, das Eltern hilft, die geistigen Fortschritte ihres Kindes zu beobachten, zu verstehen und zu unterstützen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.03.2001

Nach Manuela Lenzen handelt es sich hierbei um ein ausgesprochen "spannendes wie unterhaltsames" Buch, dass auch Eltern, die glauben, ihre Kinder sehr genau beobachtet zu haben, mit großem Gewinn lesen werden. Grundthese der Autoren ist es, so die Rezensentin, dass Babys im Grunde "kleine Wissenschaftler" sind, die durch Ausprobieren, Verwerfen und Imitieren ganz eigene Forschungsprogramme durchführen, um die Welt zu verstehen. Dies fängt nach Ansicht der Autoren schon unmittelbar nach der Geburt an, wie Lenzen begeistert referiert, denn Versuche hätten gezeigt, dass Babys schon in den ersten Lebenstagen die Mimik Erwachsener (bis hin zum Zunge herausstrecken) imitieren können. Lediglich an dem Vergleich von Hirnvorgängen und Computerprogrammen stört sich die Rezensentin ein wenig, auch wenn sie einräumt, dass die Autoren sich der Unterschiede durchaus bewusst seien. Doch insgesamt bescheinigt sie dem Buch einige erstaunliche Ergebnisse, die nicht zuletzt Eltern geduldiger werden lässt. Denn so manche Nerverei ihres lieben Kleinen stelle sich in ganz anderem Licht da, wenn man wisse, dass das Kind lediglich gerade dabei ist, sein Forschungsprogramm durchzuführen.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.01.2001

Jochen Paulus nimmt mit Erstaunen zur Kenntnis, wie klug doch Babys sind. Er ist begeistert von dem Buch, das zeigen will, dass Säuglinge und Kleinkinder über erstaunliche Lernfähigkeiten verfügen, schon früh Vorbilder imitieren können und sogar verschiedenen Sprachen zu unterscheiden vermögen. Der Rezensent preist das dreiköpfige Forscherteam als "brillante Didaktiker", die mit "oft originellen Experimenten" ihre Thesen untermauern und gegen das auch in der Wissenschaft verbreitete Vorurteil zu Felde ziehen, Babys seien lediglich "lebendiges Gemüse" ohne kognitive Fähigkeiten. Er räumt zwar ein, dass einige Ergebnisse ihrer Versuche sich auch "schlichter" interpretieren ließen als die Forscher das tun - z. B. das Abwehren eines auf sie zufliegenden Balls wird in dem Buch als Verständnis der Babys der dritten Dimension verstanden, aber der Rezensent gibt zu bedenken, dass es sich auch um eine einfache "Schutzreaktion", einen Reflex, handeln könnte. Doch insgesamt findet er die Argumente der Autoren überzeugend und zudem ist er vom "Charme" der Studie hingerissen.
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