Aus dem Englischen von Silvia Morawetz. Frühling, die Kraft, die verbindet und wandelt: Was verbindet einen unbekannten Regisseur, der um verlorene Zeiten trauert, und die Angestellte eines Flüchtlingszentrums, die in modernen Zeiten gefangen ist? Was haben Katherine Mansfield und Rainer Maria Rilke mit Twitter und Fake News zu tun? Und warum schafft es ein 12-jähriges Mädchen, verkrustete Strukturen zu sprengen und allen die Augen zu öffnen? Ali Smith erzählt die unmögliche Geschichte einer unmöglichen Zeit und stößt in einer Welt, die zunehmend von Mauern und Schließungen geprägt ist, eine Tür auf. Frühling, die Zeit der Hoffnung.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 05.05.2021
Rezensent Johannes Kaiser ist betört von diesem Roman, mit dem die schottische Autorin Ali Smith ihren Jahreszeiten-Zyklus abschließt. Bevor Kaiser sich dem Frühlingsmärchen hingeben kann, muss er zwar eine - gezielt eingesetzte - Suada rechtsradikaler Demagogie über sich ergehen lassen, aber das verkraftet der Rezensent: Denn bald schon bahnt sich die Zuversicht ihren Weg in Gestalt eines kleinen Mädchens aus dem Flüchtlingsheim, das engelsgleich alle Menschen um sich herum bezirzt: Den erfolglosen Regisseur ebenso wie die Angestellte einer Sicherheitsfirma. Und auf einmal herrscht im ganzen Land Aufbruchstimmung, freut sich Kaiser, voll des Lobes für diesen "wunderbaren, poetischen Frühlingsroman".
Rezensent Christoph Schröder schöpft Hoffnung aus dem neuen Roman der schottischen Autorin Ali Smith: Könnte es sein, dass sich die Zeit der Kälte ihrem Ende zuneigt? Smith erzählt in "Frühling" von einem Regisseur, der die Drehbuchautorin seines Lebens verloren hat und sich nun aus Trauer vor einen Zug legen will. In genau diesem Zug jedoch sitzt die junge Brittany, die für eine Sicherheitsfirma in einem Flüchtlingsheim arbeitet und wie alle anderen dort im Bann eines kleinen Mädchens steht. Schröder bewundert die Fähigkeit dieser Autorin, die Lage des Landes auf so kluge Weise in den Seelen der Figuren widerzuspiegeln. Auch wenn Smith für seinen Geschmack ihr Spiel mit intertextuellen Zitaten, Anspielungen und Referenzen etwas zu weit treibt, wird ihr Schreiben nicht spröde, versichert der Rezensent, der hier im Gegenteil "Schönheit und Relevanz" miteinander verbunden sieht.
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