Der Westen hat viel zu lange weggesehen und sich stattdessen für ein Atomabkommen gefeiert, das das Regime der Mullahs stärkte. Irans Raketenprogramm wurde ignoriert, ebenso die desaströse Menschenrechtslage und die massiven regionalpolitischen Ambitionen der "Achse des Widerstands". Auch als daraufhin ein revolutionärer Prozess in Iran begann, änderte sich nichts an der strategischen Kurzsichtigkeit des Westens. Iran-Experte Ali Fathollah-Nejad, zeigt, welche Schuld die westliche Politik am ungebremsten Hegemonialstreben Teherans und der Eskalation im Nahen Osten trägt. Und er entwirft die Eckpfeiler einer Iran-Politik, die weder die Werte des Westens noch seine Interessen verrät - und dadurch nicht nur die Demokratiebewegung stärkt, sondern auch nachhaltig zur regionalen Sicherheit beiträgt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.06.2025
Ein Buch zur rechten Zeit, findet Rezensent René Wildangel angesichts des jüngsten Iran-Israel-Kriegs. Erschienen ist es freilich schon vor den neuesten Entwicklungen. Ali Fathollah-Nejad analysiert hier laut Wildangel das politische System des Irans und dessen jüngste Krise in den vier Bereichen Ökonomie, Ökologie, Politik und Frauenrechte. Der Autor wirbt für einen härteren Kurs des Westens im Umgang mit dem Regime und für mehr Unterstützung für die Opposition. Dass er gleichzeitig das Atomthema für überschätzt hält, irritiert den Rezensenten. Dennoch lernt Wildangel einiges von Fathollah-Nejads Analyse gerade auch über die Zeit nach dem 7. Oktober, in der das Regime stark geschwächt wurde. Vielleicht, mutmaßt Wildangel, wird der Autor demnächst ein Buch über den post-Islamische-Republik-Iran nachlegen.
Sehr kritisch blickt der deutsch-iranische Politologe Ali Fathollah-Nejad, Autor des Buchs "Iran - Wie der Westen seine Werte und Interessen verrät", im Gespräch mit taz-Autor Till Schmidt auf die Politik der scheidenden Regierung gegenüber dem Iran zurück. Unser Resümee
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