Künstlerisch-kreative Arbeit wird auf politischer Ebene gern als moderne und zeitgemäße Arbeits- und Wirtschaftsform beansprucht. Die Wissenschaft hingegen schreibt ihr vielfach eine paradigmatische Kulturbedeutung im neuen Kapitalismus zu. Doch sind Kreative überhaupt eine geeignete soziale Gruppe, um solche weitreichenden Schlüsse zu ziehen? Diese Studie betrachtet die bisher kaum untersuchten Arbeitsverhältnisse in der Modedesign- sowie in der Kommunikationsbranche und geht der Frage nach, ob sich die kapitalistischen Geister nicht eher in den sozialen Kämpfen der Akteure zeigen: im Spannungsfeld von künstlerischem Drang und wirtschaftlichem Zwang.
Was die Hamburger Soziologin Alexandra Manske in ihrem Buch über die Lebensbedingungen freier Künstlerinnen und Künstler zu sagen hat, findet Tom Mustroph höchst aufschlussreich. Schon weil die Autorin die von ihr befragten Kuratorinnen, Modedesignerinnen und anderen Kreativen aller Altersklassen und Geschlechter nicht zu Prekarisierungsopfern abstempelt, sondern ihnen einen "Handlungshorizont" eröffnet: Die Konzentration auf den künstlerischen Wert der Arbeit oder auf die Marktnische sind die beiden Orientierungspole, die sich für Manske herauskristallisieren, schreibt Mustroph. Denkanstöße für eine neue Kulturpolitik findet er im Buch auch.
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