Alexander Goldstein

Aspekte einer geistigen Ehe

Cover: Aspekte einer geistigen Ehe
Matthes und Seitz, Berlin 2021
ISBN 9783957579379
Gebunden, 28,00 EUR

Klappentext

Aus dem Russischen von Regine Kühn. Der nach Israel ausgewanderte russisch-jüdische Autor Alexander Goldstein erzählt in diesem Essayroman von seinem Leben in der Emigration. Aus dem Gefühl der Beengtheit und des Ressentiments entwirft er kunstvoll komponierte Bilder des heutigen Tel Aviv und verknüpft die Erfahrungen in der fremd-vertrauten Stadt mit intensiven, melancholischen und überraschenden Reflexionen über Kultur, Kunst und Literatur. Yukio Mishima, Milan Kundera, Rabbi Nachman, Leonid Dobytschin, Che Guevara, Mahatma Gandhi, Robert Musil, George Orwell sind einige der wichtigen Figuren Goldsteins in diesem höchst eigensinnig komponierten Roman, dessen Geheimnis sich in seiner Sinnlichkeit offenbart. Erzählte Gegenwart, überraschende intellektuelle Entdeckungen und Gefühle von Wut, Angst und Hass vermischen sich mit der salzigen, heißen Luft der orientalischen Stadt am Mittelmeer und lassen ein farbenfrohes, teilweise ätzendes Spiegelkabinett des Geistes entstehen

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.10.2021

Rezensentin Ilma Rakusa kann nur staunen: über das aufregende Leben Alexander Goldsteins, seine Belesenheit und seine stilistische Originalität. Zu erleben ist all das laut Rakusa in diesem Essayband, in dem der Autor über seine Abenteuer in Tel Aviver Bordellen, im jüdischen Viertel von New Yorker und in Baku zu Zeiten des armenisch-aserbaidschanischen Konflikts berichtet. Was immer der Autor anfasst, fängt zu glitzern an, beteuert Rakusa, die Goldsteins sinnliche Schilderungen ebenso schätzt wie seine kulturgeschichtliche Bildung, wenn er Camus und Artaud vergleicht, über Revolution nachsinnt, über Gandhi, Che Guevara und Kundera. Zu lernen ist über Israel und Literatur und ägyptische Totenkulte und nicht zuletzt über einen "faszinierenden Einzelgänger", den Autor selbst, so Rakusa.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 08.06.2021

Rezensent Marko Martin empfiehlt Alexander Goldsteins "romanesken Essay" über den Alltag eines Außenseiters im heutigen Jaffa wegen seiner historischen Perspektive. Als feinsinniger literarischer Chronist mit Sinn für geschichtliche wie philosophische Kontexte erweist sich der Autor laut Martin ebenso wie als suggestiver Erzähler der Bildern und Gerüchen seiner Stadt. Etwas Selbstgerechtigkeit bei der Beschreibung anderer lässt ihm Martin durchgehen, der augenöffnenden Gesamtwirkung wegen.

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