Alexander Garcia Düttmann

Visconti

Einsichten in Fleisch und Blut
Cover: Visconti
Kadmos Kulturverlag, Berlin 2007
ISBN 9783931659929
Gebunden, 208 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Etwas soll anders werden - durch die revolutionäre Umwälzung gesellschaftlicher Zustände, durch die befreienden Kräfte einer Leidenschaft, durch die Betrachtung und Schaffung von Kunst, die der Geschichte enthoben ist, durch das Abwerfen der Last der Vergangenheit. Viscontis Filme sind Modelle für das Scheitern solcher Veränderungen, wo sie sich an Möglichkeiten ausrichten. Heißt es nicht schon bei Adorno, das Mögliche, nie aber das Wirkliche, versperre der Utopie den Platz? Wenn etwas also nicht dadurch anders wird, dass man im Wirklichen Möglichkeiten aufdeckt, wird dann etwas nicht dadurch nur anders, dass ein Wirkliches anerkannt wird, eine bereits geschehene Veränderung? Ein Kunstwerk kann ein solches Wirkliches sein. Es geht also darum, sich zu den Filmen Viscontis wie zu Einsichten in Fleisch und Blut zu verhalten. Sie sind ein Wirkliches, durch dessen Anerkennung etwas anders wird.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.01.2008

Nicht unproblematisch findet Bert Rebhandl, dass Alexander Garcia Düttmann in seinem Buch über den italienischen Filmemacher Luchino Visconti methodologisch an ein Diktum Theodor W. Adornos anknüpft, nämlich dass "das Mögliche der Utopie den Platz versperrt". Der Autor vertrete die These, dass Viscontis filmisches Werk diesen Satz umsetzt, wobei ihm - er lehrt Philosophie am Goldsmith College in London - klar sein dürfte, dass sich "Begriffe" nicht ohne weiteres zu Filmen verarbeiten lassen, wie der Rezensent zu bedenken gibt. Außerdem findet er es zwar verdienstvoll, dass sich der Autor einen "einheitlichen, sachlichen Zugang" zu Viscontis Filmen vorgenommen hat, er muss aber feststellen, dass Garcia Düttmann sich dann statt der vermiedenen "Klischees" "konventionell verwendeter" Begriffe bedient, die er zudem erst mühevoll herleiten muss. Für die größte Schwäche des Buches hält Rebhandl, dass dem Leser unklar bleibt, warum ausgerechnet Visconti Gegenstand von Garcia Düttmanns Buch geworden ist und er kann sich des Eindrucks nicht erwehren, das Buch hätte fast genau so auch über einen anderen Filmregisseur geschrieben werden können.
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