Aus dem Amerikanischen von Hans Hermann. Ein junger Mann aus Sarajewo verlässt Europa und reist nach Chicago, mit 300 Dollar in der Tasche und zwei Koffern als Gepäck. Er beginnt, in der Sprache seiner neuen Heimat zu schreiben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.03.2001
Ei, vertrackt, hat sich Hermann Wallmann bei diesen Erzählungen wohl gedacht - und es gleich aufgeschrieben: "vertrackt". Vertrackt seien die Sätze in dem Band und verführten zu einer "Art Schwänzeltanz-Lektüre". Schwänzelnd also den "kaleidoskopisch ineinander spielenden" autobiografischen Erzählungen (acht an der Zahl) gefolgt, auf sarkastischen Hyperrealismus gestoßen (an Ambrose Bierce gedacht) - und flugs die Besprechung zuende gebracht. Nur eines noch: Der Selbsteinschätzung des Autors, das Prosastück "Das Akkordeon" (vier Seiten, die Wallmann jedenfalls intensiv gelesen hat) sei Folge einer verantwortungslosen Phantasie und schamloser Mutmaßungen, möchte der Rezensent unbedingt zustimmen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.09.2000
Große Stücke hält Ilma Rakusa auf den im amerikanischen Exil lebenden bosnischen Schriftsteller Aleksandar Hemon, Jahrgang 1964. Seine Erzählungen, die er in der Sprache seiner Wahlheimat verfasst hat, wurden in Amerika mehrfach ausgezeichnet. Rakusa schwärmt geradezu von den raffiniert Vergangenheit und Gegenwart, Ost und West, Krieg und Frieden, Sozialismus und Kapitalismus verschränkenden Geschichten, in denen der junge Autor seine Doppelexistenz mit "Doppelbödigkeit" literarisch höchst überzeugend auszuwerten vermöge. Literarisch mache Hemon ebenso Anleihen bei Joseph Conrad oder Nabokov wie bei Bruno Schulz - und habe dennoch einen ganz unverwechselbaren Ton und modernen Stil gefunden. "So wie bei Hemon haben wir davon noch nie gelesen", klingt Rakusas Hymne aus.
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