Alek Popov

Die Hunde fliegen tief

Roman
Cover: Die Hunde fliegen tief
Residenz Verlag, Wien 2008
ISBN 9783701714926
Gebunden, 416 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Bulgarischen von Alexander Sitzmann. Eine schwarze Schachtel voll Asche, das ist alles, was Ned und Ango, den ungleichen Brüdern aus Bulgarien, von ihrem Vater geblieben ist. 15 Jahre ist es nun her, dass er, ein Mathematiker zwischen Genie und Wahnsinn, als Gastprofessor in Amerika unter rätselhaften Umständen zu Tode gekommen ist. Jeder der beiden Söhne lebt inzwischen sein eigenes Leben, und der Vater ist längst nur mehr ein Gespenst. Bis sich die Wege der Brüder fern der Heimat in New York wieder kreuzen: Ned, der Tunichtgut, hat es bis in die Top-Etagen der Wall Street geschafft, während der smarte Ango im Central Park mit den Hunden reicher Snobs Gassi geht. Doch dann wendet sich das Blatt, und der Geist des Vaters ist plötzlich wieder lebendig. Mehr jedenfalls, als den beiden lieb ist...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.05.2008

Ganz außerordentlich beeindruckt zeigt sich Edo Reents in seiner ausgesprochen ausführlichen Rezension von diesem - wie er sich freut, nicht nur schnell, sondern von Alexander Sitzmann auch "glänzend" übersetzten - Roman des bulgarischen Autors Alex Popov. Erzählt wird die Geschichte - oder werden, in der Perspektive abwechselnd, die Geschichten - des Brüderpaars Ned und Ango, die, auf den Spuren ihres verstorbenen Vaters, von Bulgarien nach Amerika kommen, genauer gesagt: nach New York. Um Geld geht es im Roman, um seine strukturellen Risiken und Nebenwirkungen wie "Gier, Leichtsinn, Rücksichtslosigkeit". Ned wird Unternehmensberater und ist zunächst sehr erfolgreich, Ango führt Hunde aus im Central Park. Ansonsten überschlagen sich, vom Rezensenten eher angedeutet als ausgeführt, die Ereignisse. Ned jedenfalls muss dienstlich zurück nach Bulgarien, Ango hat Erfolg in der Tierfuttermittelindustrie und es kommt zum "Hundegewerkschaftskrieg". Alles aber kein Problem für den großartigen Erzähler Alex Popov, der, und zwar ganz zu Recht, findet Reents, bereits mit T.C. Boyle und John Irving verglichen wird.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.04.2008

Einigen Eindruck hat dieser "glänzend konstruierte" Roman des bulgarischen Schriftstellers Alek Popov auf Rezensentin Judith Leister gemacht. Denn hier wird aus ihrer Sicht nicht nur eine ebenso groteske wie finstere Geschichte erzählt. Gleichzeitig bot ihr der Roman über zwei bulgarische Brüder, die sich auf die Spur ihres angeblich in den USA verstorbenen Vaters begeben, spannende Innenansichten der bulgarischen Mentalität und Gesellschaft im Postkommunismus samt ihrer neuralgischen Zonen. Aber auch der Blick des Romans auf den Westen ist dem Eindruck der Rezensentin zufolge nicht sehr optimistisch. Zu ihrem Bedauern kann das Niveau der Handlung allerdings nicht immer mit der subtilen Konstruktion des Romans mithalten, bekommt der "allzu enge Schulterschluss mit dem Trivialen" mit Ausfällen ins Abgeschmackte aus ihrer Sicht dem Buch insgesamt nicht so gut.
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