Alastair Brotchie

Alfred Jarry

Ein pataphysisches Leben
Cover: Alfred Jarry
Piet Meyer Verlag, Wien 2014
ISBN 9783905799255
Gebunden, 552 Seiten, 44,70 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen und Französischen von Yvonne Badal. Wer war Alfred Jarry (1873-1907)? Bekannt ist: Er ist der Schöpfer des Père Ubu, jener legendären Figur, die er in wechselnden Rollen in verschiedenen, bis heute gespielten Theaterstücken hat auftreten lassen; und er hat die Pataphysik in die Welt gesetzt, jenes nonsensische, absurdistische Philosophiekonzept, das jedem Aussagesystem mit überhöhtem Wahrheitsanspruch den Garaus macht. Nach einem wilden Leben verstarb er viel zu jung, tausend um seine Person sich rankende Geschichten, mythisch überhöhte Anekdoten hinterlassend. Seither hat er zahllose Künstler, Schriftsteller, Filmemacher, Musiker und Philosophen inspiriert: den Zöllner Rousseau, Paul Gauguin, Pierre Bonnard, Marcel Duchamp, Max Ernst, Antonin Artaud, die Marx Brothers, Blaise Cendrars, Pablo Picasso, Man Ray, Michel Leiris, Eugène Ionesco, Boris Vian, Octavio Paz, Hans Arp, Alexander Calder, Jean Dubuffet, M. C. Escher, Julio Cortázar, Victor Brauner, Joan Míro, Asger Jorn, Dario Fo, Louis Malle, Raymond Queneau, Lucio Fontana, Guy Debord, William Burroughs, Boris Vian, Georges Perec, Jean Baudrillard, Gilles Deleuze, Umberto Eco, Peter Greenaway, David Hockney, Harald Szeemann, Barry Flanagan, DJ Spooky und viele andere. Was aber ist gesichert? Alastair Brotchie, Londoner Autor und Pataphysiker, großer Kenner der Materie und großer Regent des Pariser "Collège de Pataphysique", hat die vermutlich definitive Biografie über Jarry verfasst.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.03.2015

Muss man das Buch noch lesen nach der detaillierten Nacherzählung von Thomas Laux? Muss man wohl, denn Alastair Brotchie, ein Kenner der französischen Literatur, wie Laux weiß, schafft mit seiner Biografie über Alfred Jarry neue Standards, versichert der Rezensent. Das geschieht laut Laux durch eine Zweiteilung des Buches in eine chronologische Lebensgeschichte und einen Teil, der Denkströmungen dokumentiert, die Jarry beeinflusst haben, Literaturhistorisches also. Dem Rezensenten gereicht das zur Erkenntnis über den rundum exzentrischen Jarry, zumal der Text transparent und lesbar gehalten ist, wie Laux findet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.01.2015

Endlich liegt die 2011 in Großbritannien erschienene Biografie Alastair Brotchies über den französischen Autor Alfred Jarry auch in verdienstvoller deutscher Übersetzung vor, freut sich Rezensent Niklas Bender. Allein das prachtvolle Format dieser reich bebilderten, liebevoll gestalteten und hervorragend erzählten Biografie über den hierzulande zu Unrecht vergessenen Erfinder "König Ubus" veranlasst den Kritiker zu Freudensprüngen. Darüber hinaus lobt er aber insbesondere das Verdienst Brotchies, Jarry als Begründer des modernistischen Theaters, der Apollinaire oder Marinetti prägte, zu erkennen und vor dem brillant geschilderten Hintergrund der Belle Epoque Anekdoten, Legenden und Kontroversen um Jarry zu beleuchten. Ein exzellentes Buch, das ebenso unterhaltsam wie informativ in das Leben eines großen Autors einführt, jubelt der Rezensent.

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