Veronique Bizot

Menschenseele

Roman
Cover: Menschenseele
Steidl Verlag, Göttingen 2016
ISBN 9783958291362
Gebunden, 146 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Tobias Scheffel und Claudia Steinitz. In einem gottverlassenen und bergigen Landstrich besuchen sich vier Männer: Ein so berühmter wie misanthropischer Theaterautor und sein überaus mysteriöser Fan, ein von der Liebe enttäuschter Übersetzer und sein stiller Bruder. Über so manches sprechen die Männer, doch über weitaus mehr schweigen sie einvernehmlich. In gepflegtem Desinteresse leisten sie einander Gesellschaft und gehen noch in Situationen behutsam miteinander um, deren Komik ins Groteske taumelt. So tanzen sie einen solidarischen Reigen der Einsamkeit und suchen ihr Auskommen, bis plötzlich das Unerwartete seinen Lauf nimmt und sie gemeinsam auf Reisen schickt. Raus aus dieser verlassenen und feindseligen Gegend hinein in ein helleres Italien, wo der eine auftreten soll, sich aber mehr für das Abtreten interessiert, wo der andere nie den Überblick, der dritte jedoch erneut sein Herz verliert. Und wo ein junger und stummer Erzähler endlich das rechte Wort findet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.03.2017

Niklas Bender mag die einsamen Misanthropen, die das literarische Werk der französischen Journalistin Veronique Bizot bevölkern und die nicht selten an Thomas Bernhard erinnern. In ihrem neuen Kurzroman sind es gleich vier, erklärt der Kritiker, der hier mit lauter psychisch instabilen Gestalten in einer Berglandschaft in der Nähe der italienischen Grenze landet. Allein wie Bezot ihren stummen, nach einem Brand auf dem heimischen Bauernhof traumatisierten Erzähler über die Lektüre von Balzac bis zur Tageszeitung immer weiter desillusioniert, ihm schließlich aber doch noch eine Stimme und eine Zukunft schenkt, hat dem Rezensenten gefallen. Vor allem aber lobt er, wie die Autorin im Rückgriff auf Nietzsche und doch mit eigener Stimme "existentielle Abgründe" beschreibt - ohne je die "ironische Distanz" zu verlieren. Mit der Übersetzung von Tobias Scheffel und Claudia Steinitz ist Bender ebenfalls glücklich.
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