Aka Morchiladze

Reise nach Karabach

Roman
Cover: Reise nach Karabach
Weidle Verlag, Bonn 2018
ISBN 9783938803875
Kartoniert, 176 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Georgischen von Iunona Guruli. Tiflis 1992: Die Regierung von Swiad Gamsachurdia ist zerbrochen, der Präsident außer Landes geflohen. Es herrscht Anarchie, paramilitärische Einheiten der Sakartwelos Mchedrioni (Georgische Reiter) patrouillieren durch Tiflis. 
In dieser Situation lässt sich der junge Georgier Gio von seinem ausgeflippten Freund Goglik dazu überreden, in seinem alten Lada mit ihm nach Aserbaidschan zu fahren. Dort wollen sie günstig Drogen einkaufen und nach Georgien schmuggeln. Der Plan ist, noch am selben Abend zurück zu sein. Die Verhältnisse in der Region sind jedoch verworren, Bürgerkrieg und Chaos erschweren und erleichtern zugleich ihr Vor haben. Gio und Goglik müssen zahlreiche Grenzen - darunter auch semioffizielle - passieren, Mittelsmänner aufsuchen und zu allem Überfluss den richtigen Weg durchs dunkle Niemandsland finden. Als sie die Orientierung völlig verloren haben und plötzlich auf sie geschossen wird, nimmt der Ausflug eine spannende Wendung ... Das Roadmovie wird zum Kriegsfilm.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.06.2018

Rezensent Jan Wiele bewundert die Mischung aus Komik und Krieg in den Texten des Georgiers Aka Mortschiladse. Die im Jahr 1992 spielende Geschichte um zwei Ganoven, die versehentlich zwischen die Kriegsfronten von Armeniern und Tartaren geraten, hat laut Wiele den Anstrich einer Road Novel, aber mit für dieses Genre eher ungewöhnlichen unheimlichen Untiefen und Erkenntnissen, etwa die, dass die Geschichte ein nie endendes Schlachtfed ist. Die Beiläufigkeit, mit der der Autor solche Einsichten vermittelt, erstaunt Wiele ein ums andere Mal.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.03.2018

Rezensent Christoph Bartmann versteht, weshalb Aka Morchiladzes Roman "Reise nach Karabach", der jetzt erstmals auf Deutsch vorliegt, seit den Neunzigern eines der "Kultbücher" Georgiens ist. Denn die Geschichte um den zwischen Trägheit und Fatalismus pendelnden Kleinganoven Gio, der sich zunächst durch das politisch-kulturelle "Vakuum" des postsowjetischen Tiflis' säuft und prügelt, um sich schließlich mit einem alten Lada zwecks Drogenkauf auf eine Reise nach Karabach zu begeben, ist nicht nur temporeich, "rotzig-aggressiv", bisweilen auch poetisch geschrieben, sondern enthält genau jene Prise Punk, der jene Jahre auf den Punkt bringt, lobt der Kritiker. Nicht zuletzt hat er sich mit diesem Roadmovie bestens amüsiert.

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