Aus dem Französischen von Heribert Becker. Der Klassiker des Anti-Kolonialismus aus den 1950er Jahren ist von erschreckender Aktualität.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.02.2018
Cornelius Wüllenkemper liest Aimé Césaires Klassiker der "Négritude" von 1950 in deutscher Neu-Übersetzung und Kommentierung von Heribert Becker mit Gewinn. Was der Dichter und Politiker Césaire in seiner Kampfschrift für die Selbstbehauptung Schwarzafrikas und gegen die europäischen Kolonisatoren formulierte, scheint ihm "beschämend aktuell" und auch wenn Césaire den Europäern recht drastisch "die höchsten Leichenberge der Geschichte" vorhält, für die sie sich gegenüber den Kolonisierten rechtfertigen müssen, will Wüllenkemper dies nicht nur als Agitation verstehen. Die Bewahrheitung der von Césaire laut Rezensent mit Ironie und Schärfe vorgebrachten Prophezeiungen zu den Folgen willkürlicher Grenzziehungen manifestiert sich für Wüllenkemper in den ethnisch-religiösen Extremismen von heute.
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