William Makepeace Thackeray

Die Memoiren des Barry Lyndon

Roman
Manesse Verlag, München 2013
ISBN 9783717520849
Gebunden, 768 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Gisbert Haefs."Ich wusste, dass ich dazu geboren war, eine glänzende Stellung in dieser Welt zu bekleiden." Bescheidenheit ist seine Sache nicht, und so fasst Redmond Barry, als Halbwaise aufgewachsener Sohn aus irischem Landadel, bereits früh den Entschluss, sich einen bedeutenden Platz in der Gesellschaft zu erobern. Erst Soldat, dann professioneller Spieler, ist der Heißsporn bald gerngesehener Gast an den Fürstenhöfen Europas und insbesondere Deutschlands. Redmond eilt von Abenteuer zu Abenteuer, betört die Herzen der Frauen und macht sich mit seinem losen Mundwerk nicht nur Freunde. Das Ergattern von Baronin Lyndon, ihrem Vermögen und Titel, scheint Barrys größter Coup - doch da verlässt ihn ganz plötzlich das Glück... Mit "Die Memoiren des Barry Lyndon" gelang William Makepeace Thackeray (1811-1863) ein Glanzstück der Romankunst. Die vorliegende, reich kommentierte Neuübersetzung befreit die Lebensbeichte von allen falschen Schnörkeln. Der Schelmenroman entlarvt neben dem Intrigenreichtum bei Hof auch das monströse Selbstbewusstsein eines gesellschaftlichen Aufsteigers.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.02.2014

Susanne Ostwald begrüßt diese Neuübersetzung von William Makepeace Thackerays Satire "Die Memoiren des Barry Lyndon". Das von Stanley Kubrick verfilmte Werk um den Hochstapler und Betrüger Barry Lyndon zeichnet sich für Ostwald durch die Niedertracht seines Protagonisten, durch dessen Witz und Zynismus aus, und auch dadurch, dass der Leser trotzdem nie ganz die Sympathie für ihn verliert. Zudem liest sie das Werk als großes, buntes Sitten- und Historienbild des 18. Jahrhunderts. Gisbert Haefs neue deutsche Übersetzung - die erste seit sechzig Jahren - wertet Ostwald im Wesentlichen als überaus gelungen - abgesehen von einigen Ungenauigkeiten. Besonders schätzt sie Haefs gekonnte "Anverwandlung" von Thackerays "älteren Sprachgebrauch". Das Werk scheint ihr in großen Teilen zeitlos, so hebt sie Passagen hervor, die wie Kommentare zur Finanzkrise und zum NSA-Skandal wirken. Auf der anderen Seite findet sie in dem Roman natürlich zahllose Anspielungen und Bezüge, mit denen wohl nur der zeitgenössische Leser etwas anfangen konnte. In diesem Zusammenhang lobt Ostwald den reichen Anmerkungsapparat, der zeithistorische Zusammenhänge und Hintergründe verständlich macht.
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