A. E. Housman

Die Shropshire Lad-Gedichte

Cover: Die Shropshire Lad-Gedichte
Mattes Verlag, Heidelberg 2003
ISBN 9783930978168
Broschiert, 172 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Einleitung und Übersetzung von Hans Wipperfürth.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.05.2004

Zunächst macht uns der Rezensent Jürgen Brocan darauf aufmerksam, dass der in England so vielgelesene Dichter A. E. Housman wohl einer "seltsamen kollektiven Fehlinterpretation" zum Opfer gefallen ist. Viel gelesen und verehrt wurde er nämlich von den Soldaten auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges, was wunderlich erscheinen muss, wenn man bedenkt, dass Housman strikt verboten hat, seine Gedichte zusammen mit denen des von ihm als imperialistisch beurteilten Kipling in einer Anthologie erscheinen zu lassen. Und in der Tat wehe durch die "Shropshire-Lad"-Gedichte zwar eine melancholische Stimmung, zugleich jedoch eine sehr "moderne" Ambivalenz. Seine Figuren, so Brocan, sind Randfiguren, "Außenseiter" - "Mörder und Selbstmörder; Berufssoldaten und Bauernburschen". Ihre Ideale sind ihnen entweder verloren gegangen sind, oder sie sind ihnen als unbeständig bewusst, so dass "Sehnsucht" und Wehmut "allenfalls romantische Gesten" sein können. Dieses immer wiederkehrende Motiv des Verlusts, befindet der Rezensent, ist weit entfernt von jeglichem "Hurrapatriotismus". Die Schwierigkeit, Housmans Gedichte zu übersetzen, sieht der Rezensent vor allem in deren Form: In Balladenstrophen gehalten und in mitunter "altertümlicher Sprache" verfasst, stehen sie in enger Beziehung zur englischen Lyriktradition. Hans Wipperfürths gereimte Übertragung ins Deutsche erscheint dem Rezensenten insgesamt - und gerade durch eine gewisse Wortferne - gelungen, wenn auch manchmal zu wenig sozialkritisch im Vergleich mit dem Original. Doch schon weil sie die "längst überfällige Entdeckung" Housmans ermöglicht, begrüßt sie der Rezensent entschieden.
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