Hans-Joachim Zimmermann (Hg.)

Schwarzaustralische Gedichte

Englisch-Deutsch
Cover: Schwarzaustralische Gedichte
Mattes Verlag, Heidelberg 1999
ISBN 9783930978120
Broschiert, 390 Seiten, 31,70 EUR

Klappentext

Übertragung ins Deutsche, Einleitung und Anmerkung von Hans-Joachim Zimmermann. Mit Gedichten von Oodgeroo Noonuccal, Jack Davis, Kevin Gilbert, Bobbi Sykes, Mudrooroo Narogin, Lionel Fogarty. Diese Anthologie schwarzaustralischer Gedichte von sechs zeitgenössischen Autoren bietet dem deutschen Leser die Möglichkeit, die Traditionen und Lebensgewohnheiten der Ureinwohner und deren verstädterter Nachkommen besser kennenzulernen. Eine Kommentierung zu Sprache, Inhalt und Geschichte erleichtert das Verständnis der Texte.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.06.2001

Georg Sütterlin bespricht für uns zwei doch recht unterschiedliche Anthologien zu Australien: "Reisende in Australien 1623-1990", herausgegeben von Ulrike Keller und erschienen bei Promedia, sowie die von Hans-Joachim Zimmermann herausgegebenen "Schwarzaustralischen Gedichte" (Mattes-Verlag).
1) Ulrike Keller (Hg.): "Reisende in Australien 1623-1990"
Den Band nennt Sütterlin ein "kulturhistorisches Lesebuch". An den um die Erforschung Australiens kreisenden Texten von Ernest Giles bis Ludwig Leichhardt erstaunt ihn besonders, was die Expediteure so alles auf sich nahmen (ja, was eigentlich?), ferner die Ironie und Frische (!) eines Friedrich Gerstäcker sowie - zwischen Nachrichten aus Schafzucht, Buschmedizin und über waghalsige Piloten - "Erschütterndes" über Eingeborene.
2) Hans-Joachim Zimmermann: "Schwarzaustralische Gedichte"
"Das Drama der Aborigines" thematisiert auch der Herausgeber dieser "umfangreichen und hervorragend edierten Anthologie" in seiner "hilfreichen" Einführung über die Geschichte und die Kultur der australischen Eingeborenen. Der Rezensent wendet sich jedoch rasch den Gedichten und ihren Verfassern zu und fächert das Spektrum der hier angeschlagenen Töne auf: Von den elegischen, die Situation der Aborigines "mit verhaltener Trauer" darstellenden Gedichten Oodgeroo Noonuccal, der Begründerin der Aborigine-Literatur, über die "zornigen Pamphlete" des politischen Aktivisten Kevin Gilbert bis hin zu den von Ironie, Parodie und Hintersinn lebenden Texten des bekannten Lyrikers Jack Davis. Wenn Sütterlin auch letzteren Texten den Vorzug geben will gegenüber der "Protestlyrik" von Gilbert oder auch Lionel Fogarty, so sieht er zwei Besonderheiten des Bandes doch in allen der hier vorgestellten Arbeiten gleichermaßen verwirklicht: Das Einbringen kollektiver Erfahrungen und Mythen anstelle individueller Befindlichkeiten und die Verwendung von Eigenheiten der Eingeborenensprache, gewahrt durch die Zweisprachigkeit dieser Ausgabe.
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