Aus dem Französischen von Michael Bischoff. Wie wir Menschen Tiere behandeln, betrifft im Kern die Frage nach unserer Menschlichkeit. Darauf insistiert die französische Philosophin Corine Pelluchon. Die Gewalt, die Menschen Tieren zufügen, ist nicht nur grausam. Sie macht eine verheerende Funktionsstörung unserer Gesellschaft offensichtlich, die auf wirtschaftlicher Ausbeutung und der Zerstörung des Lebendigen beruht. Tiere sind unsere Mitgeschöpfe. Wenn wir nicht aufhören, sie als Sache zu behandeln, zerstören wir nicht nur unsere materielle, sondern auch unsere seelische Lebensgrundlage. Doch wie können wir dieses grundsätzliche Umdenken herbeiführen und auch diejenigen an Bord holen, die keine Vegetarier sind oder in einem Wirtschaftszweig arbeiten, der auf der Ausbeutung von Tieren beruht? Pelluchon zieht Parallelen zum politischen Kampf für die Abschaffung der Sklaverei. Sie gibt uns Einsichten und konkrete Vorschläge an die Hand, um den Übergang zu einer gerechteren Gesellschaft anzugehen, die die Interessen von Mensch und Tier gleichermaßen berücksichtigt.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 18.12.2020
Wider die Ausnutzung und Unterjochung von Tieren, für die Anerkennung als politische Subjekte appelliert Corine Pelluchon in ihrem "Manifest für die Tiere". Rezensentin Ramona Westhof kann Pelluchons moralphilosophische Begründungen dieser Forderungen durchaus nachvollziehen, und auch die Vorschläge der Autorin zur schrittweisen praktischen Umsetzung findet sie vernünftig und einleuchtend. Nur einige Vergleiche - zwischen der Ausbeutung von Sklaven und Tieren beispielsweise findet sie heikel, zumal die Autorin nicht darüber aufklärt, was sie mit diesem Vergleich eigentlich aussagen möchte. Denn dass Pelluchon keinesfalls Menschen mit Nutztieren vergleicht, das ist Westhof als geneigte Leserin klar. Sie erklärt: Vielmehr geht es der Autorin um das gesellschaftliche Umdenken, das vor großen Errungenschaften wie der Abschaffung der Sklaverei und eben auch der Einführung von Tierrechten notwendig ist. Schließlich laufe dieses Umdenken laut der Autorin auf nichts Geringeres hinaus als das "Ende des Kapitalismus". Ob Westhof Pelluchon für eine Bereiterin dieses Weges hält, erfahren wir nicht.
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