Die Entdeckung des Selbst: Ein ungeschriebenes Kapitel der Frauenbewegung. In den 1890er Jahren entsteht in München eine Frauenbewegung, die das Fenster zur Moderne aufstößt. Neue Rollen von Frau und Mann werden ausgetestet, neue Formen der Sexualität gelebt. Im Zentrum stehen Künstlerinnen, die sich von Naturalismus und Jugendstil inspirieren lassen und wirkungsvoll an die Öffentlichkeit treten. Sie vernetzen sich deutschlandweit - auch mit progressiven Männern - und kämpfen für Selbstbestimmung und Unabhängigkeit. "Es lebe die Freiheit … wir schaffen uns selber unser Recht."Ingvild Richardsen stellt die Protagonistinnen dieses euphorischen Aufbruchs vor und erzählt ein zentrales Kapitel deutscher Emanzipationsgeschichte.
Rezensentin Jenni Zylka scheint eine Menge zu lernen aus diesem Buch, in dem Ingvild Richardsen von den Pionierinnen der Münchner Frauenbewegung am Ende des 19. Jahrhunderts erzählt. Richardsens Überblick umfasst Frauen wie die Fotografinnen Sophia Goudstikker und Anita Augspurg, die Dramatikerin Elsa Bernstein oder die Frauenrechtlerinnen Carry Brachvogel und Gabriele Reuter. Zylka belässt es in ihrer Kritik mehr oder weniger bei der Inhaltswiedergabe, aber sie lernt, dass den Frauenvereinen oder vielmehr der "Gesellschaft zur Förderung der geistigen Interessen der Frau" die politische Betätigung offiziell verboten war oder dass die weibliche Fähigkeit zum Philosophieren erst nach zähen Debatten anerkannt wurde.
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