Als der amerikanische Journalist Joe Sacco von einem zweimonatigen Aufenthalt in Palästina in die USA zurückkehrte, suchte er für die Veröffentlichung seiner Erlebnisse nach einer Form, die die Unmittelbarkeit eines Augenzeugenberichts mit der Objektivität einer Reportage verbindet. Er erfand das Genre Comic-Journalismus, das für Sacco die einzig angemessene Art schien, die schwierige und emotional aufgeladene Situation in Nahost darzustellen. Joe Sacco schildert das Leben in Palästina und Israel aus der Sicht eines jungen US-Amerikaners, der eine fremde, unbekannte Welt betritt, in der die Menschen traumatisiert sind von Terror und militärischer Besatzung, in der Verhaftungen und Demütigungen, Zerstörung und Enteignung zum Alltag gehören.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.04.2004
Der amerikanische Journalist Joe Sacco beruft sich auf George Orwell als Gewährsmann, verrät Alex Rühle. Unparteilichkeit vorzugeben, widere Sacco an, stattdessen stürze er sich lieber wie sein Vorbild "mitten ins Chaos". Mehr als zehn Jahre liegt es nun zurück, dass Sacco ein paar Monate in Palästina verbracht hat, sich ins israelisch-palästinensische Getümmel stürzte, Interviews führte, fotografierte und das Erlebte anschließend in einem Comicband kondensierte, für den er 1996 den American Book Award erhielt, informiert Rühle. Die Übersetzung des 300-seitigen Werks sei übrigens hervorragend gelungen, lobt er weiter. Der Amerikaner selbst sei die Hauptfigur, gezeichnet als dürres Männchen mit dicken Brillengläsern. Schon dadurch weist Sacco darauf hin, erklärt Rühle, dass er selber am wenigstens Durchblick hat und wie sehr er darauf angewiesen ist, sich aus den erzählten Geschichten anderer ein Bild zusammenzusetzen. Das Beste an Saccos Comicreportage sei dennoch der unmittelbare Einblick, den sie in die palästinensischen Lebensbedingungen gewähre, insistiert Rühle. Zwar nehme Sacco dezidiert die Perspektive der Palästinenser ein, doch bleibe stets ein Abstand zu deren unversöhnlicher Sicht der Dinge spürbar.
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