Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
- Politkowskaja
- Wikipedia und der Google Juice
- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Stumm wird das Spanferkel zerteilt
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
05.01.2013. Jakob Augstein ein Weltklasseantisemit? Zu viel der Ehre, findet der Kölner Stadt-Anzeiger. Augstein hat so wenig Ahnung von Israel wie das Simon-Wiesenthal-Center von deutschen Publizisten, meint Salomon Korn in der FAZ. Im Tagesspiegel sorgt sich Johnny Haeusler um die Freiheit des Netzes. Kein Wunder, dass man die Banker nicht versteht: sie verstehen sich ja nicht einmal untereinander, berichtet Andres Veiel der taz. Die Welt bedauert, dass Brieffreundschaften heutzutage nur noch mit dem Finanzamt gepflegt werden. SZ bedauert, dass HipHop-Lifestyle nur noch als Handy-Spiel existiert.
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Der Tagesspiegel, 05.01.2013
Blogger und Autor Johnny Haeusler ruft dazu auf (beziehungsweise tat dies schon vor einer Woche), das World Wide Web als freies Netz zu bewahren und nicht den kalifornischen Milliardären zu überlassen, die um ihre Pfründe immer höhere Mauern errichten: "Wenn bit.ly und andere URL-Shortener den Geist aufgeben, funktionieren Millionen von Links im Web nicht mehr. Würde Apple beschließen, auf seinen Betriebssystemen nur noch Apps und keine Web-Browser mehr zuzulassen, hätte das Unternehmen seine Nutzer effektiv aus dem World Wide Web ausgesperrt und ein eigenes Netz kreiert. Doch Apps lassen sich nicht untereinander verlinken, und für einzelne Beiträge in News- oder Blog-Apps lassen sich keine Browser-Lesezeichen ablegen. Und wenn Facebook den automatischen RSS-Import von Blog-Beiträgen unterbindet und gleichzeitig privilegierten Unternehmen neue Möglichkeiten gibt, dann ist das Web, wie wir es kannten, tot."
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Neue Zürcher Zeitung, 05.01.2013
Der Autor Norbert Hummelt erzählt von seinen Feiertagen, die er in der traurigen Atmosphäre eines Brandenburger Hotels in der Schorfheide verbrachte: "Stumm wird das Spanferkel zerteilt, und wem das Viergangmenu zu dekadent ist, der schmiert sich Stullen und belegt sie dick mit Wurst wie zu Hause. Wer eine vitale Regung zeigt, fällt auf - wie die dunkelhaarige Frau, die zur akkordeonbegleiteten Weise 'In der Weihnachtsbäckerei' abgeht wie bei einem Rockkonzert."
In Literatur und Kunst sträubt sich Bernhard Wiebel gegen eine Verharmlosung des Lügenbarons Münchhausen, dessen abenteuerliche Satiren tatsächlich Brisanz bargen. Leopold Federmair huldigt Peter Handke zum Siebzigsten. Daniel Ammann erkundet Möglichkeiten, das Schreiben im Film jenseits von flitzenden Federkielen und trommelnden Typenhebeln zu inszenieren. Carl Fingerhuth ruft zu einem öffentlichen Diskurs über die Gestaltung der Stadt auf.
Besprochen werden die Ausstellung "Bilderbedarf - Braucht Gesellschaft Kunst?" in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden, eine Schau des Pariser Belle-Epoque-Malers Jacques-Emile Blanche in der Fondation Pierre Bergé / Yves Saint Laurent und Bücher, darunter Christian Thielemanns Band "Mein Leben mit Wagner" und Henry James' Erzählungen "Wie alles kam" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages)
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Die Tageszeitung, 05.01.2013
Versteh einer diese Banker! Die verstehen sich ja nicht mal untereinander, erfährt man in Stefan Reineckes Gespräch mit Regisseur Andres Veiel, der gerade für ein Theaterstück über Banker in der Finanzwelt recherchiert hat: "Die Arbeitsbereiche sind so spezialisiert, die Sprache ist so kodiert, dass schon zwischen zwei Etagen die Verständigung schwierig ist. Wer weiß genau, was stochastische Volatilität ist? Es existiert schon in der Sprache Ausschluss."
Weiteres: Hendrik Zörner vom Deutschen Journalistenverband rechtfertigt gegenüber Martin Reeh die GEZ-Reform. Peter Unfried trifft sich in Berlin-Kreuzberg mit dem Stuttgarter Kolumnisten Joe Bauer zum Gespräch über Schwaben. Außerdem spricht Arno Frank in der "Wahrheit" mit "verboten".
Besprochen werden die Ausstellung "Lebensmittel" im Martin-Gropius-Bau in Berlin und Bücher, darunter Christopher Brookmyres Krimi "Wer schlafende Hunde weckt" (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).
Und Tom.
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Aus den Blogs, 05.01.2013
Martin Weigert macht sich auf Netzwertig grundsätzliche Gedanken über die sozialen Netzwerke und kommt zu dem Ergebnis: "Facebook ist ein in der Geschichte der Menschheit bisher einzigartiges Experiment. Nur weil das soziale Netzwerk sich jetzt über viele Jahre erfolgreich in einer bestimmten Struktur präsentiert hat, bedeutet dies nicht, dass sie die idealste Form für die Zukunft darstellt. Die Zeit ist gekommen, dem generalistischen Newsfeed die Existenzfrage zu stellen."
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Weitere Medien, 05.01.2013
Frank Olbert kommentiert im Kölner Stadtanzeiger die Broder-Augstein-Debatte: "Während sich Augstein einer Verschwörung von Fundamentalisten gegenübersieht und damit Antisemitismus zumindest befördert, packt Broder reflexhaft die Nazi-Keule aus. Neben der Spur sind beide. Bei alldem aber fragt man sich, was Augstein die Prominenz verschafft, zu den zehn Wortführern des Antisemitismus gerechnet zu werden."
Birgit Walter befasst sich in der FR/Berliner Zeitung mit der schwierigen Arbeitssituation von Theaterschauspielern und -mitarbeitern, insbesondere am Maxim Gorki Theater in Berlin, wo nach Intendantenwechsel zahlreiche Kündigungen ausgesprochen wurden.
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Die Welt, 05.01.2013
Die unübersichtliche Lage des syrischen Bürgerkriegs stellt eine enorme Gefahr für Journalisten dar, berichtet Alfred Hackensberger: Nirgends sind in den vergangenen zwei Jahren so viele Reporter gestorben wie in Syrien. Doch der Tod zwischen den Fronten ist nicht das einzige Risiko: "Eine ganz neue Gefahrendimension sind mittlerweile Entführungen. Mindesten vier Journalisten wurden von Milizen der FSA gekidnappt oder vom Regime verhaftet."
Weitere Artikel: Manuel Brug schreibt den Nachruf auf den Münchner Schauspieler Thomas Holtzmann. Sky Nonhoff gratuliert Adriano Celentano zum 75. Geburtstag. Anna Miller geht mit dem Artdirector Beda Achermann Jasmintee trinken. Der Designer, Autor und Nachtklub-Betreiber Rafael Horzon interviewt sich selbst zu seiner neuen Platte "Me, my Shelf and I". Besprochen werden der ZDF-Dreiteiler "Das Adlon" ("Mehr große Fernsehoper geht nicht", findet Manuel Brug) und Martin Kušejs Inszenierung von David Mamets "Die Anarchistin" am Münchner Residenztheater.
In der Literarischen Welt bedauert der Schriftsteller Burkhard Spinnen in einem Essay, dass schriftlicher Verkehr zunehmend den unangenehmen Dingen vorbehalten bleibt, während gute Nachrichten lieber (fern)mündlich überbracht werden: "Die letzten beiden Jahrhunderte haben solche Mauern aus gedrucktem Kanzlei- und Amtsdeutsch aufgehäuft, hinter dem die Wahrheit immer wieder eingesperrt und ermordet wurde, dass schließlich als Reaktion darauf die guten Nachrichten dem Ritual und der Schriftlichkeit mehr und mehr entrissen wurden."
Weiteres: Jan Küveler telefoniert mit Jonathan Lethem über dessen neues Buch "Bekenntnisse eines Tiefstaplers". Besprochen werden unter anderem Manfred Flügges Eva Herrmann-Biografie "Muse des Exils", Neuübersetzugen von "Madame Bovary" und der "Kameliendame", Gaito Gasdanows "Das Phantom des Alexander Wolf", M. Agejews "Roman mit Kokain", Richard Hughes' wiederentdeckter Roman "In Bedrängnis" (Leseprobe bei "Vorgeblättert"), Bernd Stövers USA-Geschichte "United States of America", Richard von Schirachs "Die Nacht der Physiker" (Leseprobe bei "Vorgeblättert") und Sylke Kirschnicks Kulturgeschichte des Zirkus "Manege frei!".
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Süddeutsche Zeitung, 05.01.2013
Der New Yorker Graffiti-Uradel ist im Blingbling-Barock geendet, seufzt Peter Richter und erinnert wehmütig an die alten Zeiten des HipHop zwischen Breakdance und Graffiti: "Um sich klar zu machen, was zwischen damals und heute in New York passiert ist, kann man einfach U-Bahn fahren. Jeder, der ein Smartphone besitzt, spielt darauf 'Subway Surfer': Ein ertappter Graffitisprayer muss über fahrende Züge vor dem Bahnwärter flüchten. Zwei alte Jugendkulturtechniken, das illegale Sprayen und Surfen auf Bahnwagen, hängen heute also tot im App-Store über dem Zaun, und von außen sind die Züge so sauber silbern und spiegelglatt, als hätte es Spraydosen niemals gegeben.
Weiteres: Für Lothar Müller steht das Wiesenthal-Ranking von Jakob Augstein im größeren Zusammenhang symbolischer Weltpolitik: "Das Ranking gehört zur publizistischen Ausweitung der Kampfzone, in der aktuell in Israel wie in den Vereinigten Staaten um die künftige Politik Israels im Nahostkonflikt gestritten wird." Jens Bisky meldet, dass sich in der Causa Suhrkamp nun auch Autoren des wissenschaftlichen Verlagsprogramm "fassungslos" gezeigt haben. Den ziemlich überraschenden Kinoerfolg von "Ziemlich beste Freunde" hält Joachim Hentschel mitunter auch für das Resultat einer beherzten Social-Media-Kampagne. Burkhard Müller begibt sich auf die Suche nach den Ursprüngen der Heiligen Drei Könige. Für den Kunstmarkt war 2012 "ein Jahr der Rekorde und Höchstpreise", bilanziert Dorothea Baumer. Egbert Tholl schreibt den Nachruf auf den Schauspieler Thomas Holtzmann.
Besprochen werden eine Ausstellung mit Arbeiten von Elaine Sturtevant in der Kunsthalle Zürich und Walter Kempowskis Aufzeichnungen aus den Jahren 1956 - 1970 (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).
In der SZ am Wochenende erklärt Reymer Klüver, warum sich die Völkergemeinschaft mit einem Eingreifen in den syrischen Bürgerkrieg so schwer tut. Helmut Martin-Jung verzweifelt über der Ausdifferenzierung des einst so überschaubaren Mediums Fernsehen. Joachim Käppner erinnert an die Befreiungskriege. Außerdem plaudert Antje Wewer mit dem Schauspieler Bradley Cooper.
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.01.2013
Hansgeorg Hermann erklärt, warum der französische Comic-Autor Jacques Tardi die ihm angetragene Aufnahme in die Ehrenlegion pflichtgemäß anarchistisch und "mit größter Entschiedenheit" abgelehnt hat: Keine Macht und keine Privilegien, und schon gar nicht von einem Orden, dessen Großmeister die Pariser Kommune niederkartätschen ließen. Julia Voss nimmt es sehr positiv auf, dass sich immer mehr Museen an Kindern ausrichten. Hans Hütt schildert die irrsinnige Karriere des "Stabilitätsankers" in der politischen Rhetorik. Nadya Hartmann unterhält sich mit dem Islamwissenschaftler Thomas Bauer, der die in Orient wie Okzident gepflegte Gegenüberstellung von kurzem "Goldenen Zeitalter" und tausend Jahre währendem Niedergang aufbrechen will. Jordan Mejias sammelt Reaktionen auf Al Dschasiras Expansion in die USA. Gerhard Stadelmaier verabschiedet den verstorbenen Schauspieler Thomas Holtzmann. Salomon Korn nimmt in einer Meldung Jakob Augstein gegen den Vorwurf in Schutz, einer der "gefährlichsten Antisemiten der Welt" zu sein. (In einem Interview online glaubt Korn allenfalls, dass Augstein so wenig Ahnung von Israel hat wie das Simon-Wiesenthal-Center von deutschen Publizisten).
Besprochen werden Teju Coles Roman "Open City", Barbara Beys' Blick auf das Amsterdam unter deutscher Besatzung "Leben mit dem Feind" und ein Bildband zu Marcel Proust, der vor hundert Jahren "Die Suche nach der verlorenen Zeit" begann (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).
In der Frankfurter Anthologie, die nach Abschaffung von Bilder und Zeiten jetzt die Aufmacherseite des Feuilletons füllt, schreibt Albert von Schirnding über Heinrich Deterings Gedicht "Kilchberg"
"täglich andere Ängste
und immer dieselbe Angst
die erste die letzte die längste
..."
Archiv: Heute in den Feuilletons
Das nenne ich totalitär
18.05.2013. In der Welt erklärt Beuys-Biograf Hans Peter Riegel Beuys Vorliebe für völkische Ideen auch mit der Nähe des Künstlers zu Rudolf Steiner. In Cannes verwandelt die taz nach der Vorstellung von Jia Zhangkes Film "A Touch of Sin" Papierfetzen in Waffen. Im New Yorker erinnert Alex Ross daran, dass Wagner nach Amerika auswandern wollte. Auch Palästinenser lieben Amerika, jedenfalls in Form von geschmuggelten Kentucky Fried Chicken, berichtet der Christian Science Monitor. In der NZZ staunt Nike Wagner, was ihr Urgroßvater alles im Kopf hatte. Die FAZ gratuliert dem Kookbooks Verlag zum Zehnten. Mehr lesen
Tagtäglich dem Leser zugemutet
17.05.2013. Die taz stellt den ersten chinesischen Blogger vor, der es schaffte, einen Vizeminister zu stürzen. In der Welt ruft Richard Herzinger die westlichen Länder zur Intervention in Syrien auf. In der FAZ kritisiert Constanze Kurz die Kampagne deutscher Medien gegen Adblocker. In Cannes liefen Filme von Sofia Coppola und François Ozon. Meldung des Tages: Elisabeth Ruge verlässt Hanser Berlin. Ihr Nachfolger wird Karsten Kredel von Suhrkamp. Mehr lesen
Ist Gott jetzt zufrieden?
16.05.2013. Medienkrise hin oder her: In Frankreich wird eine neue Zeitung gegründet: L'Opinion, berichtet die Welt. Im Freitag spricht Peter Schneider über seine recht unkonventionelle Mutter, die er in seinem neuen Roman porträtiert. In der Jungle World weigert sich Hamed Abdel-Samad, seine Hoffnung in die arabische Revolution aufzugeben. In der NZZ hinterlässt der ökologische Fußabdruck einen bizarren Eindruck. Die FAZ erklärt Giorgio Agambens Idee vom "Empire latin" zum Stuss. Mehr lesen
Samples der Oberflächenwelt
15.05.2013. Die Welt zitiert aus einem Memorandum von Stadtplanern, die die Stadt Berlin auffordern, sich endlich um ihre Mitte zu kümmern. Die NZZ bringt einen Stimmungsbericht aus Italien, wo das soziale Klima unter null sinkt. Baz Luhrmanns "Großer Gatsby" regt niemanden auf - füllt die Feuilletons aber trotzdem. Ähnlich unvermeidlich ist Dan Browns "Inferno". Dafür lassen wir Theophilus London ein hübsches Liedchen singen. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Filzhaltige Kunstzeichen
14.05.2013. "Anfänge, zumal politische, sind niemals rein", seufzt Micha Brumlik in der taz mit Blick auf Daniel Cohn-Bendit und Theodor Heuss. In der Welt könnte Hans-Joachim Müller einstimmen - mit Blick auf den Militaristen Joseph Beuys. Wir verlinken auf die Abschlusserklärung der "Kritischen Islamkonferenz", die sich für den Transkulturalismus einsetzt. In der SZ rät Gustav Seibt den Deutschen, Giorgio Agambens (oder eigentlich Alexandre Kojèves) Idee eines "Empire latin" ein europäisches Ideal entgegenzusetzen. Mehr lesen
Es zeichnet sich der Morgenstern ab
13.05.2013. In der Welt wendet sich Necla Kelek gegen das Recht von Eltern, Mädchen unter 14 Jahren mit Kopftuch in die Schule zu schicken. In der taz widerspricht Bommi Baumann der These Wolfgang Kraushaars, die radikale Linke sei antisemitisch gewesen: Kunzelmann sei die Ausnahme. Die NZZ versucht ein Psychogramm der französischen Demonstanten gegen die Schwulenehe. Springer will 200 Mitarbeiter bei der Bild entlassen und viele andere in den Onlinestall ohne Tarifbindung stecken, meldet der Spiegel. Der "Große Gatsby" lässt sich gar nicht verfilmen, beteuert die FAZ. Und bitte lauschen Sie den trockenen Sforzati Daniil Trifonovs. Mehr lesen
Die Regie-Rübe, durch die so was rauscht
11.05.2013. Der Skandal um den abgesetzten "Tannhäuser" in Düsseldorf sorgt in den Feuilletons für mittelgroße Erregung. Die NZZ erkundet die Zukunft der Literaturkritik in Zeiten des Netzes. Die FAZ zweifelt am Wirtschaftsaufschwung in Afrika. Die taz ist im siebten Pophimmel: Daftpunk ist zurück. Und Pharell singt mit (wir bringen den Beweis). Die Erotizität von theoretischen Texten nimmt zu, meinte Diederich Diederichsens auf der re:publica. Die Pronunziabilität theoretischer Prosa aber nicht. Mehr lesen
Was öffentlich ist und was nicht
10.05.2013. Die FAZ fragt mit Antonio Muñoz Molina nach Spaniens Verantwortung für die Krise. Außerdem skizziert Ernst Elitz die Zukunft des Journalismus mit viel Paywall und Leistungsschutzrecht. Die Guardian-Leser freuen sich zu 64 Prozent über Stephen Hawkings Entscheidung, Israel zu boykottieren. Die SZ bewundert die barocke Hängung in Sanssouci. Die NZZ staunt über südkoreanischen Optimismus. Die Welt beleuchtet das kräftezehrende Metier der Liebesromanautorinnen. Mehr lesen
Hegemoniale Metaerzählung
08.05.2013. Dass sich Beate Zschäpe Verteidiger namens Stahl, Heer und Sturm gewählt hat, ist kein Zufall, sondern Hohn, meint Georg M. Oswald in der Welt und ruft die Anwälte auf, ihr Mandat niederzulegen. Zum Tod des Animationsfilmers Ray Harryhausen bringen wir ein Video mit Interview und Filmausschnitten. Kathrin Passig benennt auf zeit.de die Vorteile des Ebooks. Sascha Lobo fordert auf der re:publica, die ein großes Medienecho ausgelöst hat, mehr Politik statt Netzpolitik. In der Zeit protestiert Marlene Streeruwitz gegen die Starrheit der Kamera in Ulrich Seidls "Paradies: Hoffnung". Mehr lesen
So sehr haben die Chefs Angst
07.05.2013. Die NZZ hat herausgefunden, warum deutsche Journalisten sich ungern kritisieren lassen: Niemand weiß besser, wie weh das tut. Anlässlich des NSU-Prozesses erinnert Götz Aly in der Berliner Zeitung an die Urszene des Terrorismus in Deutschland: die Ermordung August von Kotzebues. Wolf Lepenies kann in der Welt mit Giorgio Agambens Plan eines "Empire Latin" nicht d'accord gehen. Der Tagesspiegel erklärt, wie ein Datenjournalist die öffentlich-rechtlichen Anstalten transparent machen will. In der FAZ verteidigt die dänische Fernsehredakteurin Sofia Fromberg die als sexistisch kritisierte Talkshow "Blachman". Mehr lesen
Rosa Pelzjacke über der Lederrüstung
06.05.2013. Die NZZ fürchtet sich vor dem rabiaten Umbau der Stadt Istanbul. In der FAZ erklärt Yohji Yamamoto, was am weiblichen Körper so schwierig ist und am männlichen so langweilig. Außerdem spricht die Netzaktivistin Raegan MacDonald zu Beginn der Re:publica über Datenschutz. Vocer fragt nach Chancen eines gemeinnützigen Journalismus in Deutschland. Die SZ fand das Staatsballett im Berghain schön und harmlos. Mehr lesen
Die Empörung ist eine europäische Sünde
04.05.2013. In der Welt spricht Kevin Powers über seinen Roman "Die Sonne war der ganze Himmel". Daily Mail stellt kleidsame Wollkappen für Schildkröten vor. Die taz trauert um die einst so angesagte Clubszene von Berlin. Für die FAZ legt die Psychoanalytikerin Julia Kristeva ganz Europa auf die Couch. Und alle gedenken Søren Kierkegaards. Mehr lesen
Steile Hierarchien, Massenproduktion, Akkordarbeit
03.05.2013. In Foreign Policy rät Arch Puddington zum heutigen Tag der Pressefreiheit von der Reise in die zehn schlimmsten Länder für Journalisten ab. Die NZZ stellt die Designerin Inga Sempé vor. Mit Longform.org verlinken wir auf die "2013 National Magazine Awards Winners" mit Texten aus dem Atlantic und Texas Monthly. In der NYRB schreibt Ian Buruma über David Bowie. Die FAZ liest den Briefwechsel zwischen Grass und Brandt und empfiehlt Telekom-Kunden die Exhumierung ihrer Akustikkoppler. Die SZ besucht eine Ausstellung über die Geburt der neusten Technik aus dem Geist des Hippietums. Mehr lesen
Abkehr vom Mainstream der Alltagsheringe
02.05.2013. In Spiegel online fordert Sascha Lobo viel mehr Investitionen in ein schnelles Internet - und zwar von der Regierung. Im Tagesspiegel stellt Achim Freyer mit Richard Wagner ein Notgleichgewicht her. Die taz beleuchtet die Rolle von Gewerkschaften und SPD in der Nazi-Zeit. In der Zeit spricht Cecila Bartoli über tragische und weniger tragische Frauenrollen. Die FAZ übernimmt Salman Rushdies Aufruf für die Anerkennung von Freiheitshelden als Freiheitshelden. Das WWW ist zwanzig Jahre alt. Das CERN stellt die allerallererste Website wieder online. Mehr lesen
Wo es ernst wird, reicht das Netz nicht aus
30.04.2013. Die FAZ schreitet über die Stege des Mucem ins mediterrane Glitzerlicht der Kulturhauptstadt Marseille. Jürgen Habermas hat in Belgien über Europa gesprochen - und die Deutschen zu Opfern aufgefordert. Die NZZ erkundet die Möglichkeiten des Netzes als Medium des Protestes. Brigitte eröffnet die Berichterstattung über den NSU-Prozess. Und in der Welt hält Matthias Küntzel fest: Richard Wagner war ein Klassiker - und zwar des deutschen Antisemitismus. Mehr lesen






