Francois Walter: KatastrophenEine Kulturgeschichte vom 16. bis ins 21. Jahrhundert
Aus dem Französischen von Doris-Butz-Striebel und Tresy Lejoly
Reclam Verlag, Stuttgart 2010
392 Seiten, gebunden, Euro 29,90
Erscheint am 25. März 2010Hier zur LeseprobeBestellen bei
buecher.de
Mehr Informationen beim Reclam VerlagKlappentext: Naturkatastrophen - Erdbeben, Vulkanausbrüche, Fluten, Stürme, Erdrutsche - sind das schlechthin Sinnlose, das dem menschlichen Geist begegnet und immer unfassbar bleibt. Katastrophen haben keine Geschichte. Unwandelbar, unabwendbar, unberechenbar brechen sie durch die ganze Naturgeschichte hindurch über die Menschheit herein und bleiben unbegreiflich. Kann man aus ihnen lernen? Und wenn ja, was?
Menschen haben unter Aufbietung aller intellektuellen Kräfte immer auf das Erlebnis von Naturkatastrophen reagieren müssen, sie haben immer versucht, doch einen Sinn zu finden: Strafe Gottes, Prüfung der Gottesfürchtigen oder der Gerechten, Ansporn zur Aufbietung aller dem Menschen möglichen Entwicklung technischer oder moralischer Art.
Eine Geschichte der Katastrophenbewältigung, wie sie der Genfer Historiker François Walter schreibt, steht also weit jenseits von modischem Katastrophismus und schön gruseliger Heraufbeschwörung aller möglichen und unumgänglichen Apokalypsen. Sie erweist vielmehr, dass die Antworten des 16. oder 18. Jahrhunderts auf das Unbegreifliche nicht etwa wertlos oder unbedeutend sind, bloß weil die Naturwissenschaft ein paar Schrittchen weitergekommen ist: Auch der Tsunami zu Weihnachten 2004 bleibt sinnlos.
Zum Autor:
Francois Walter, geboren 1950, ist Professor für Neuere Geschichte an der Universität Genf. Er ist Autor von elf Büchern und ist maßgeblich beteiligt am wissenschaftlichen Diskurs über "Risikogesellschaften".