In eigener Sache

Signandsight - das ist hier die Frage

21.02.2005. Unser neuer englischsprachiger Dienst signandsight.com ist online: Hier der Link.
Wir können es selber kaum glauben: Der Perlentaucher wird demnächst fünf Jahre alt. Am 15. März 2000, fast genau am Tag des höchsten Börsenstandes, ging der Perlentaucher erstmals online. Seitdem ist die Presseschau kein einziges Mal ausgefallen, nur manchmal war sie ein wenig zu spät - technische Probleme mit dem Wecker! Der Perlentaucher hat inzwischen knapp 500.000 Besucher im Monat. Er ist wohl das größte Kulturmagazin im deutschsprachigen Netz und bietet neben Feuilleton-, Bücher- und Magazinrundschau inzwischen eine Menge eigenen Inhalt: Arno Widmann räumt regelmäßig seinen "Nachttisch" leer. In "Vorgeblättert" bringen wir Vorabdrucke. Rüdiger Dingemanns "Medienticker" informiert über die Medienwelt, Sandra Evertz' "Buchmacher" über die Buchbranche, und die "Teletaucher" kündigen die kulturell interessanten Sendungen im Fernsehen an.

Der Perlentaucher begeht seinen fünften Geburtstag, indem er den nullten von signandsight.com feiert. So wird unser englischsprachiger Dienst heißen, der heute online geht. signandsight.com wird auf englisch über das Kulturleben aber auch über kulturelle und gesellschaftliche Debatten in deutschsprachigen Medien informieren. Auch hier werden wir täglich in die Presse blicken und aus den interessantesten Artikeln auf englisch zitieren: Die Presseschau wird auf der Presseschau des Perlentauchers basieren aber nicht einfach als Abklatsch, denn manche Dinge sind fürs internationale Publikum verzichtbar, andere müssen erläutert werden.

Vor allem aber wird signandsight.com um Rechte von Artikeln aus der deutschsprachigen Presse nachsuchen, um sie zu übersetzen und auf Englisch ins Netz zustellen. Information und Debatten sollten sich internationalisieren. Das Netz und die englische Sprache sind die idealen Transmissionsriemen dieser Internationalisierung. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass Debatten, die innerhalb nationaler Öffentlichkeiten geführt wurden, eigentlich internationale Foren bräuchten: Der Irak-Krieg, die EU-Erweiterung, das Verhältnis zum Islam, die europäische Verfassung - all dies sind Themen, die über die Grenzen hinweg diskutiert werden müssten. Bisher haben sie keine Medien.

Warum nicht die einfachen Mittel des Internets nutzen, um - zumindest tendenziell - globale Wirkung zu erzielen? Wir präsentierten die Idee bei der Bundeskulturstiftung, und der Stiftungsrat stimmte zu! Die Stiftung wird signandsight.com bis September 2007 unterstützen. Danach muss sich zeigen, ob sich das Projekt über Sponsoring und Werbung selber tragen kann.

Die Redaktion von signandsight.com arbeitet bereits: Naomi Buck, Lucy Powell und John Lambert sichten bereits täglich die Kulturseiten der deutschen Zeitungen und übersetzen Texte, für die wir die Rechte erworben haben. Peer Skrzypek und Eike Budde arbeiten unter Hochdruck an der Programmierung der Seiten.

Wir glauben: Der Perlentaucher ist immer noch ganz neu, während signandsight.com schon jetzt historisch ist!