Jeder Jäger sollte damit rechnen, dass sich die Beute gegen ihn wendet. Sechs Jahre konnten sie sie wegsperren. Sechs Jahre konnten sie nachts ruhiger schlafen. Sechs Jahre mussten sie nicht nervös über ihre Schultern blicken. Aber nun ist die Zeit der Rache gekommen. Asa macht sich auf den Weg, um eine Tradition zu zerstören, die das Leben einer Gemeinschaft seit hundert Jahren beherrscht und zum Tod unzähliger Unschuldiger geführt hat. Bei ihrem Kampf findet Asa loyale Verbündete, erfährt niederträchtigen Verrat, trifft auf mächtige Gegner und stellt sich schließlich ihrem größten Feind - ihrer eigenen Familie.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 06.09.2025
Für Kritikerin Katrin Doerksen ist Zoran Drvenkars Buch so etwas wie "Hunger Games in der Uckermark": Die vierzehnjährige Asa wird von Männern verfolgt, die ihr nach dem Leben trachten, sie muss sich mit viel Geschick wehren, das ist in ihrer Familie sowas wie ein Initiationsritus. Sie will Rache, erfahren wir, und begibt sich auf eine Odyssee, zu der Anschläge ebenso gehören wie das Gefängnis. Zugleich entfaltet Drvenkar diese Handlung vor der deutschen Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts, von Krieg und Vertreibung, die in der Familie das Bedürfnis ausgelöst haben, immer abgehärtetere Nachkommen hervorzubringen, wie Doerksen schildert. Für sie ist der Roman, der überwiegend in der zweiten Person verfasst ist, mit seinen Schilderungen von Fanatismus und Faschismus extrem relevant und sehr überzeugend.
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