Lavie Tidhar

Adama

Thriller
Cover: Adama
Suhrkamp Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783518475164
Gebunden, 425 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Conny Lösch. Adama ist Familien- und Generationen-Roman, chronique scandaleuse von Israel, Polit-Thriller und Kriminalroman. Ein historisches Epos über Liebe und Verrat, Gewalt und Tod, über Loyalität und Behauptungswille. 1946 beginnt die junge Ruth, sich in Palästina ein neues Leben aufzubauen, getrieben von jugendlichen Idealen in einem Land, das ihr feindlich gesinnt ist. Sie ist eine ungarische Zionistin, die, anders als die meisten Mitglieder ihrer Familie, den Nazis in Budapest entkommen konnte. Ruth wird das Herz des Kibbuz Trashim, und für sie ist der Kibbuz heilig, heilige Erde, also "Adama", seine Existenz ist ihre Lebensaufgabe. Wenn dafür knallharte Entscheidungen nötig sind, dann wird sie sie treffen, inklusive Gewalt und Mord. Wir folgen Ruth und den Ihren durch die Jahre 1945 bis 2009. Und damit durch die Turbulenzen des Staates Israel - die Auseinandersetzung mit den Briten, die Vertreibung der Araber, der Sechs-Tage-Krieg und der Jom-Kippur-Krieg machen Ruth womöglich noch zäher und härter. Neben dem Porträt einer beeindruckenden Frauenfigur und ihrer Familie, schreibt Lavie Tidhar auch die Gewaltgeschichte Israels fort.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 08.11.2025

Platz 1 der Krimibestenliste nimmt in diesem Monat Lavie Tidhar mit seinem Thriller über die Geschichte Israels ein, verkündet Rezensentin Andrea Gerk: Er nimmt die Geschichte des Landes von 1946 bis 2009 anhand einer ursprünglich aus Ungarn stammenden Familie in den Blick. Da sind zum Beispiel die beiden Schwestern Ruth, glühende Zionistin, und Shoshana, die lieber nach Amerika auswandern würde, auch von der Härte im Kibbuz liest Gerk, von dem Blut, auf dem der Staat steht, vom Idealismus, mit dem diejenigen handeln, die ihn aufgebaut haben. Die Figuren findet die Kritikerin ebenfalls überzeugend und freut sich über einen gut gelungenen Thriller, der die Geschichte eines Landes erzählt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 30.10.2025

Mit Lavie Tidhar liest Rezensentin Sylvia Staude einen hochaktuellen Thriller, der eine lange Zeitspanne von 1947 bis 2009 umspannt und auch räumlich von Landsberg über Miami bis zum fiktiven Kibbuz Trashim weite Gebiete umspannt. Hauptfigur Shosh ist 1947 im DP-Lager, nach kurzer Zeit siedelt sie zu ihrer Schwester Ruth ins Kibbuz über, obwohl sie da gar nicht hinwill, resümiert Staude. Immer wieder wechseln die Epochen, so taucht irgendwann etwa Ruths Enkel Lior auf, der unter anderem gegen Drogenschmuggel im Kibbuz kämpft. Es ist kaum möglich, die verzweigte und abgründige Geschichte nachzuerzählen, Staude liest etwa von freundlichen Menschen, die zu Auftragsmördern werden, oder "Säuberungen" der Menschen, die bislang auf dem Gebiet lebten. Anhand der zahlreichen Figuren wird der Kritikerin klar, wie "gehärtet" viele Menschen in Israel über die Jahrzehnte wurden. Ein "Geschichts- und Familienthriller", der auch von der Gewalt erzählt, mit der die Siedler versuchten, ihr "altes Land" zurückzuholen, schließt die Rezensentin.

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