Ziad Majeds Standardwerk liefert eine Analyse des syrischen Aufstands und seines lokalen, regionalen und internationalen Kontextes. Majed stellt unangenehme Fragen nach den Motiven für das Nicht-Handeln der internationalen Gemeinschaft, auch auf humanitärem Gebiet: Warum wurde die syrische Bevölkerung derart alleingelassen? Majed legt die Bedingungen und Gründe für den ursprünglichen Aufstand 2011 und die spezifischen Charakteristika der Assad-Dynastie dar. Er beschreibt ihre Militarisierung und das Eindringen der Dschihadisten in die Revolution. Warum sind Russland und Iran dem Regime zu Hilfe geeilt - wohingegen jene, die sich als "Freunde des syrischen Volkes" präsentieren, insbesondere die USA, immer wieder gezögert haben, selbst nach dem Nachweis des Einsatzes von Chemiewaffe.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 22.11.2021
Rezensent Moritz Behrendt empfiehlt das Buch des libanesischen Politologen Ziad Majed zum besseren Verständnis des Syrien-Konflikts, seiner Ursachen und der schwachen Rolle demokratischer Staaten dabei. Dass der Text von 2014 stammt (und nun ergänzt wurde), ändert nichts an seiner Aktualität, findet Behrendt. Zwar scheint die Wut über Assad und die Nichteinmischung der USA und der EU mitunter mit dem Autor durchzugehen und ihn Belege für seine Anklage vergessen zu lassen, ausreichend Denkanregungen bietet der Essay laut Behrendt aber allemal. Und ein bisschen Hoffnung auf Veränderung vermittelt der Autor auch, stellt der Rezensent fest.
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