Aus dem Japanischen von Tim Rittmann. "3/11" - also "Three Eleven", der 11. März 2011 - markiert in Japan ein Katastrophen-Datum sondergleichen: Das Tohoku-Erdbeben, das eine gigantische Tsunami-Welle und die Havarie des AKWs in Fukushima zur Folge hatte, und zehntausende Menschen das Leben kostete. Was macht eine solche Katastrophe mit den Menschen? Wie gehen auch jene mit dem Schock um, die an diesem Tag hunderte Kilometer entfernt in Tokio waren? Was ändert sich schleichend in den Köpfen, trotz der äußerlichen Ungerührtheit vieler Japaner? Was tun bei leeren Regalen im Supermarkt, Stromausfällen, unverhofften Beziehungsproblemen im Freundeskreis? Und darf man trotzdem noch mit Freunden einen draufmachen, auch wenn man Angst vor Radioaktivität im Trinkwasser hat?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.03.2012
Fritz Göttler rezensiert das von seinem Kollegen Tim Rittmann übersetzte Blog aus Tokio. Was die Werberin Yoko Ichimura darin seit dem Tag des Bebens von Fukushima berichtet, zeugt laut Göttler von einem poetischen Gespür der besonderen Art. Es geht darum, noch in der Katastrophe und im Leben mit den Folgen einen Sinn für das Schöne zu bewahren. Göttler entdeckt aber auch Hinweise auf die Zeichenkultur Japans und den Clash zwischen Tradition und virtueller Moderne. Das entstandene Buch ist für ihn so politisch wie poetisch, lässig, nervös und seriös zugleich.
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