Milena Michiko Flasar

Der Hase im Mond

Cover: Der Hase im Mond
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783803133793
Gebunden, 240 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Milena Michiko Flašar erzählt von einem Schriftsteller mit Schreibblockade, der sich in eine Füchsin verliebt, von ehemals Liebenden, die aus Langeweile zu Voyeuren werden, von einer Frau, die rein medial vom Tsunami ergriffen wird, von zwei Freunden, die sich über einem ethischen Disput betrinken, oder einem passionierten Leser, dem erst der Bruder, dann die Frau auf völlig rätselhafte Weise abhandenkommen. Vom Verdoppeln und Auflösen, Verschwinden und Wegträumen, von Fluchten und Ausflüchten handeln diese Geschichten. 

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.10.2025

Rezensent Paul Jandl lernt mit den Erzählungen der österreichisch-japanischen Autorin Milena Michiko Flasar, wie brüchig unser Verhältnis zu uns selbst ist. Die Storys erinnern ihn in ihrer Mischung aus Moderne und magischer Tradition manchmal an Murakami, doch Flasar ist eine Meisterin ganz eigenen Rechts im Beschreiben menschlicher Entfremdungen, meint er. Und um Entfremdung drehen sich die Stücke, etwa wenn ein Mann in Liebe zu einer Doppelgängerin seiner Frau entflammt. Dass der Alltag bei Flasar oft ins Magische dreht, scheint Jandl zu schätzen. Ebenso wie den einfachen Ton, der einen Kontrast bildet zur Komplexität der Geschichten. 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 27.08.2025

Rezensentin Bettina Baltschev ist ganz hingerissen von den neun neuen Erzählungen der japanisch-österreichischen Schriftstellerin Milena Michiko Flasar. Wie Flasar hier mit westeuropäischen Japan-Klischees spielt und die Leidenschaften und Abgründe hinter den Fassaden der zurückhaltend wirkenden Japanern zeigt, gefällt der Kritikerin ausgesprochen gut, auch, weil sie das "universell Menschliche" dahinter erkennt. Und so folgt sie fasziniert Flasars zunächst unscheinbaren HeldInnen, die meist durch einen wundersamen oder absurden Moment aus der Reserve gelockt werden - etwa, wenn eine Schülerin ihren alten Kaligrafie-Professor dabei beobachtet, wie er nachts Fleisch aus den Mülleimern seiner Nachbarn verschlingt. Dem "vagen Unbehagen" der Geschichten kann sich Baltschev nie entziehen.

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