Aus dem Japanischen von Heike Patzschke. Die junge Generation Japans: Toshiki Okada ist einer von ihnen. Seine Theaterstücke werden weltweit aufgeführt, immer wieder auch in Deutschland. Okada beschreibt in "Die Zeit, die uns bleibt" den Zustand einer Generation, die von Kriegen umgeben ist, die in einem Land lebt, das von Tsunamis und Reaktorunfällen heimgesucht wird, in dem der Wirtschafstboom längst vorbei ist. Eine Generation ohne Zukunft, möchte man glauben, aber auch sie haben eine Zukunft, sie wissen nur noch nicht, wo. Und so lange besaufen sie sich, haben Sex mit Unbekannten in runtergekommen Love Hotels, warten, dass die Kakerlake in ihrer schimmligen Wohnung im Schrank verschwindet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.01.2013
In den vorliegenden Erzählungen erkennt Astrid Kaminski auch den Dramatiker Toshiki Okada wieder: Wie auf der Bühne befasst sich der japanische Autor mit der "Beschränktheit der Akteure", die vor einer unübersichtlichen Welt in banales und primitives Handeln fliehen. Das Ergebnis ist reichlich trostlos und auch auf Grund der knappen Settings wie für die Bühne geschaffen, lautet der keineswegs negative Befund der Rezensentin, nachdem sie sich durch Geschichten über roboterhafte Menschen, so athletischen wie sinnentleerten Sex und eine Frau, die ihr Bett erst dann verlässt, weil sie eine Kakerlake totschlagen muss, gelesen hat. Dass die Geschichten auch in ihrer Zuspitzung Wiedererkennungswert aufweisen, lässt Kaminski abschließend frösteln: Der hier verhandelten Banalität misst sie ein nicht zu unterschätzendes Bedrohungspotenzial bei.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.12.2012
Nicht gerade gering ist das Lob, mit dem Irmela Hijiya-Kirschnereit den Erzählband von Toshiki Okada bedenkt. Der Rezensentin zufolge hat der Autor es geschafft, eine ganz eigene Erzählform zu finden, um das Leben der heute 25- bis 40-Jährigen zu beschreiben. Für die Rezensentin versammelt der Band Genrebilder junger, gut ausgebildeter Japaner zwischen Bindungsangst und Willensschwäche, von Okada in eine die Rezensentin überzeugende hyperrealistische Sprache gefasst. Bedauerlich findet sie, dass in der Übersetzung so manche Nuance davon verloren geht.
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