Aus dem Japanischen von Eduard Klopfenstein. Warum hält sich das Vorurteil des substanziellen Geschlechterunterschieds derart hartnäckig? Woran liegt es, dass Frauen in der Gesellschaft immer noch chronisch unterschätzt und benachteiligt werden? Und wie kriegen wir endlich veraltete Rollenbilder aus den Köpfen? - Diese eminent wichtigen Fragen stellte Yosano Akiko vor hundert Jahren mit unverhohlener Klarheit - und gab Antworten, die noch heute ins Schwarze treffen.
Rezensentin Katharina Borchardt wünscht sich nach Yosano Akikos Essays "Männer und Frauen" mehr deutsche Übersetzungen von Akikos lyrischen Texten. In nun übersetzten Essaysammlung schreibt die 1942 verstorbene japanische Tanka-Dichterin, Mutter von elf Kindern und frühe Feministin mit Biss über das japanische Bildungssystem, die Parteienlandschaft und Frauenemanzipation, wie Borchardt erklärt. Manche Essays erfordern ein tiefer reichendes Interesse und Vorkenntnisse zur japanischen Geschichte und Kultur, erkennt die Rezensentin, die zudem ein wenig enttäuscht bemerkt, dass Akikos Gedanken zu Geburten und Pandemien zu stark ihrer zeit verhaftet seien, um für heutige Diskurse relevant zu seien.
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