Yoko Ogawa

Der zerbrochene Schmetterling

Erzählungen
Cover: Der zerbrochene Schmetterling
Liebeskind Verlagsbuchhandlung, München 2007
ISBN 9783935890472
Gebunden, 192 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe und Kimiko Nakayama-Ziegler. Jeden Tag sitzt Aya auf der Tribüne eines Schwimmbades und beobachtet, wie Jun vom Zehnmeterturm Kunstsprünge vollführt. Die beiden sind zusammen im Waisenhaus aufgewachsen und einander so nah, wie nur Geschwister es sein können. Doch dann tritt plötzlich etwas Fremdes an die Stelle des Vertrauten, ein mächtiges, quälend schönes Begehren, das Aya bald nicht mehr kontrollieren kann. Stets sind es Beziehungen unter falschen Vorzeichen, anhand derer Y ko Ogawa die unergründliche Triebkraft menschlicher Empfindungen beschreibt: die lähmende Fremdheit, die eine Schwangere plötzlich ihrem Mann gegenüber empfindet, die Zuneigung zum Bruder, die sich erst im Moment des Abschiednehmens offenbart, oder die subtile Lust, mit der ein unglücklich verliebtes Mädchen einen Säugling quält. Mit der schwebenden Leichtigkeit ihrer Sprache verwischt Y ko Ogawa die Grenze zwischen Illusion und Wirklichkeit und lässt eine Welt voller Magie und naiver Gewalt entstehen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2007

Die nun auf Deutsch vorliegenden frühen Erzählungen Yoko Ogawas ordnet Florian Welle einer "Literatur der Qualen" zu. Eine Warnung, weil dem Leser, so der Rezensent, nichts erspart bleibt, wenn die Autorin vom Quälen und Begehren erzählt. Welle vermisst ein wenig die "kalte Präzision der Sprache" der späteren Ogawa. Die sich in den Texten stattdessen austobende "Ekelwut" geht ihm mitunter selbst zu weit an die Grenze zum "Verfallspathos". Dass Ogawa auch die leisen Töne beherrscht, weiß Welle indes genau.
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