Mit Beiträgen zum Teil in französischer, englischer und italienischer Sprache. Mit Fotos und Dokumenten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.07.2002
Die sogenannten "Mufti-Papiere" sind eine dürftig kommentierte Materialsammlung aus deutschen Archiven, stellt Gottfried Niedhart mit Unbehagen fest. Er befürchtet wohl, dass der Autor dem ehemaligen "Großmufti von Palästina und Präsidenten des islamischen Weltkongresses", der als besonderer Gast Hitlers in Deutschland leben durfte und von hier aus seine antibritischen und antizionistischen Kampagnen steuern konnte, mit dieser "Exilbiographie in Texten" eine Art Rehabilitation angedeihen lassen könnte. Niedhart kann nichts Widersprüchliches in der Person des Amin al-Husaini entdecken, "ganz im Gegenteil", schreibt der Rezensent. Die abgedruckten Dokumente belegten vielmehr eine konsequente arabisch-nationalistische und antisemitische Haltung, die sich in fortlaufenden Appellen an die Achsenmächte Deutschland- Italien - Japan ausdrücke. Al-Husaini bemühte sich um eine umfassende Arabien-Erklärung jener Länder, blieb aber letztlich eine Randfigur und relativ erfolglos, wie Neidhart anmerkt. Al-Husainis Bemühungen um Hitlers Gunst gingen sogar soweit, berichtet er, dass dieser die moslemischen Kroaten zur Unterstützung der deutschen SS mobilisierte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.04.2002
Rezensent Wolfgang G. Schwanitz findet diesen Band außerordentlich hilfreich, um die Kontroverse um den Jerusalemer Mufti Amin al-Husainis zu "versachlichen". Der Mufti gilt den einen nämlich als "Büttel Hitlers", andere sehen in ihm einen Helden des palästinensischen Freiheitskampfes. Die Quellensammlung von "internen und offenen Papieren", die der Nahosthistoriker Gerhard Höpp über den mit den Nazis zusammenarbeitenden Palästinenser zusammengetragen hat, beweist nach Schwanitz, dass al-Husaini nicht nur von dem Wunsch nach der Unabhängigkeit "Großarabiens" getrieben war, sondern "dass er religiös verbrämten Judenhass säte" und in diesem Zusammenhang ausgesprochen eifrig agitierte. Vor diesem Hintergrund diente sich al-Husaini den Nazis an und lebte während des Zweiten Weltkriegs zumeist als Staatsgast im Berliner Exil.
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