Yasmina Khadra

Worauf die Affen warten

Roman
Cover: Worauf die Affen warten
Osburg Verlag, Hamburg 2015
ISBN 9783955100728
Gebunden, 344 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Regine Keil-Sagawe. Auf einer idyllischen Waldlichtung nahe Algier liegt verführerisch und auffällig geschminkt eine attraktive junge Frau. Brutal ermordet! Der kriminalistische Suchtrupp um Kommissarin Nora Bilal tappt lange im Dunkeln. Die Recherche, die in bewährter Khadra-Manier quer durch alle Schichten der algerischen Gesellschaft führt, von den Villen der Mächtigen, den Privatclubs und Edelrestaurants der Schickeria bis in die Elendsquartiere, ist reich an unerwarteten Wendungen. Bis zuletzt hält der Autor den Leser in Atem: rasante Schnitte, schnelle Szenenwechsel, pralle Schilderungen, zynische Kommentare, flotte Dialoge. Man sieht förmlich einen Film vor sich.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.07.2015

Sylvia Staude lässt keinen Zweifel an der Bitterkeit der Texte des unter dem Pseudonym seiner Frau schreibenden, aus Algerien stammenden Mohammed Moulessehoul alias Yasmina Khadra. Wenn der Autor seine Heimat in kräftigen, grellen Farben beschreibt, bleibt keine Korruption, keine Hoffnungslosigkeit unerwähnt, meint sie. Dass der Autor seine Abrechnung als Krimi tarnt, in dem eine Ermittlerin sich auf die Spuren von Mafiapaten und Verbrechen setzt, scheint Staude zu gefallen, auch wenn die Chancen, etwas zum Guten zu verändern von Anfang an gleich Null sind.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.04.2015

Die bewegte Biografie Mohammed Moulessehouls breitet Alex Rühle zu Beginn seiner Kritik aus, er erzählt dabei vom ehemaligen Offizier, späteren Leiter eines Kulturinstituts in Paris und algerischen Präsidentschaftskandidaten, der seit den Neunzigerjahren unter dem Pseudonym Yasmina Khadra Romane schreibt und nun mit "Worauf die Affen warten" zurückkehrt zum Genre des Politthrillers - obwohl sein Krimi, so der Rezensent, wie ein Noir beginne. Im Mittelpunkt stehen, so fasst Rühle zusammen, eine lesbische Kommissarin und der impotente Polizist Zine, der Selbstjustiz gegen den oligarchischen Filz in seinem Land üben will. Allein: Er ist kein strahlender Held wie in amerikanischen Filmen, sondern eine Nebenfigur. Dass man dennoch mit ihm fiebert, spreche für die "erzählerische Suggestivkraft" Khadras, lautet Rühles knappes Werturteil.
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