Mit Beiträgen von Detlef Bald, Norbert Haase, Dirk Heinrichs und anderen. Der vorliegende Band versteht sich als Fortsetzung der viel diskutierten Publikation 'Retter in Uniform' (Bd. 15221). Ebenso wie schon dort wird hier erneut und ausführlich dokumentiert, dass es in der NS-Zeit - und gerade auch während des Zweiten Weltkrieges mit seinen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit - selbst in den bewaffneten Formationen Deutschlands vereinzelt Soldaten und Polizisten gegeben hat, die ihre humane Orientierung nicht aufgegeben haben. Diese ungewöhnlichen Männer aus Wehrmacht, Polizei, Organisation Todt und SS schwammen gegen den Strom. Sie nutzten ihre Handlungsspielräume und verweigerten sich dem Vernichtungskrieg, so weit das in ihren Möglichkeiten stand.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 19.07.2004
Der Herausgeber Wolfram Wette habe in diesem Buch, lobt Tilmann Moser, einen großen Kreis von Autoren versammelt, die aus verschiedenen Perspektiven Biografien von Personen in Wehrmacht, Polizei und SS erforschten, die bedrohten Juden beim Überleben geholfen haben - und die diese "Retterbiografien" zudem "auf ein lesbares Format" gebracht hätten. "Fast atemlos", so der Rezensent, folge man den Schilderungen davon, "wie Menschen sich oft unter Lebensgefahr aus den Anpassungszwängen lösten, um Einzelne oder auch Gruppen von Juden zu retten, mit Mut, Schläue und Unverfrorenheit den wachsamen, ja lauernden Vorgesetzten und dem denunziationsbereiten Umfeld gegenüber". Moser meditiert zudem darüber, warum das Interesse an diesen Biografien erst so spät erwacht sei, und meint, sie seien eben unbequem und beschämend; die hier versammelten Fälle zeigten nämlich vor allem eines: "Ein anderes Handeln war möglich." Weder die Lebensläufe noch die Motive, die Moser in dem Band belegt fand - wie langjährige Bekanntschaft mit Juden aus der Nachbarschaft, Mitleid oder Erschrecken über Gewaltexzesse -, würden die Retter und Helfer zudem als in irgendwelchen Hinsichten besonders exzeptionelle Personen zeigen.
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