Im Dezember 1970 wurde sie erstmals vorgelegt, bereits neun Monate später, im September 1971, erschien die zweite Auflage und jetzt, nach gut 30 Jahren, wird sie nochmals unverändert aufgelegt: die Biografie über den Generalstabsoffizier Claus Graf von Stauffenberg, der als Attentäter und Opfer des 20. Juli auch heute noch verehrt wird. Der Schweizer Historiker Christian Müller hatte den Nachlass ausgewertet, die verfügbaren historischen Quellen und Publikationen herangezogen, in vielen Gesprächen mit der Witwe unzählige neue, umfassende Informationen über den Menschen, den Offizier und den Attentäter aufgespürt und damit zum ersten Mal in der damaligen Forschung Stauffenberg von dem heroisierenden Heiligenschein zahlloser Widerstandspublikationen befreit. Zum ersten Mal wurden seine politischen Aspekte und Zielsetzungen in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt und ein enger Zusammenhang zwischen der militärischen Krise der letzten Kriegsjahre und dem Entschluss zur Konspiration hergestellt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.08.2003
Christian Müllers 1970 erstmals erschienene und nun neu aufgelegte Biografie über Graf von Stauffenberg ist für den Rezensenten Thomas Maissen auch heute noch ein Pionierwerk, dass den mannigfaltigen ideologischen Vereinnahmung trotzt, denn es zeige Stauffenberg sowohl als "den pragmatischen Soldaten" wie auch als den "patriotischen George-Anhänger, der sich - erst - in der Niederlage gegen den katastrophalen 'Führer' wandte". Die sprachliche Gestaltung des Buches findet Maissen ebenso gelungen wie die präzise Schilderung vom Wirken und Denken des Katholiken Stauffenberg, vor allem in der Gegenüberstellung zu dem lutherisch-deutschnationalen Goerderler, dem, wie Maissen anmerkt, die Konsequenz zum Attentat fehlte.
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