Wolfgang Neugebauer

Der österreichische Widerstand 1938-1945

Cover: Der österreichische Widerstand 1938-1945
Edition Steinbauer, Wien 2008
ISBN 9783902494283
Kartoniert, 286 Seiten, 22,50 EUR

Klappentext

Der Autor gibt vor dem Hintergrund des NS-Terrors, aber auch der nationalsozialistischen Durchdringung breiter Bevölkerungsteile einen Überblick über die Gruppierungen und Formen des österreichischen Widerstands gegen das NS-Regime zwischen 1938 und 1945. Der Bogen spannt sich von sozialistischen und kommunistischen Organisationen über den Widerstand aus dem christlichen, konservativen und monarchistischen Lager, über überparteiliche Gruppen wie etwa O5, den Partisanenkampf insbesondere der Kärntner Slowenen und Widerstand im Militär (Desertionen, Aktionen am 20. Juli 1944 und im April/Mai 1945) und in KZs bis hin zu den von unzähligen Einzelpersonen gesetzten Widerstandshandlungen (heimtückische Äußerungen, Schwarzhören, nonkonformistisches Jugendverhalten, Hilfe für Juden und andere Verfolgte). Ergebnisse und Stellenwert des Widerstands werden auch in Zusammenhang mit dem von den Alliierten in der Moskauer Deklaration 1943 geforderten eigenen Beitrag Österreichs zu seiner Befreiung behandelt. Biografische Exkurse, zahlreiche Faksimile, Quellentexte und Fotos ergänzen die Arbeit.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.10.2008

Die Arbeit des Historikers und Leiters des "Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands", Wolfgang Neugebauer, hat den Rezensenten Christian Jostmann zwar beeindruckt, ihn aber sonst zu keiner weiteren Wertung bewegt. Jostmann fasst die Inhalte zusammen und leitet die Erkenntnisse weiter, die er mithilfe des Buchs gemacht hat. Der Leser erfahre Einzelheiten über Formen des österreichischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus, wie beispielsweise die Arbeit des Priesters Karl Roman Scholz, der eine Freiheitsbewegung junger Menschen organisierte, oder die Verbindungsleute der Stauffenberg-Verschwörung in österreichischen Militärkreisen. Der Widerstand, so resümiert Jostmann, zog sich durch die ganze Gesellschaft. Er deutet ebenfalls auf Neugebauers Anliegen hin, dass eine Anerkennung des Widerstands überfällig sei, zumal viele Mitbegründer der Zweiten Republik Teil dieser Widerstandsbewegung waren. Der Kampf gegen den Nationalsozialismus habe in Neugebauers Augen erheblich zur Genese einer österreichischen Identität beigetragen.
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