Vom NS-Regime als Vorwand für Massenverbrechen genutzt, in der Sowjetunion mythisch überhöht und in der jüngsten Debatte über die Wehrmacht höchst umstritten: Bis heute ist die sowjetische Partisanenbewegung als konkrete historische Erscheinung schwer greifbar. Anhand von Quellen aus weißrussischen Beständen ermöglicht Bogdan Musial in der vorliegenden Dokumentation nun Innenansichten des Alltags der Freischärler. Die Beschränkung auf das Gebiet Baranovici das bis 1939 als Wojewodschaft Nowogrodek zu Polen gehörte, erlaubt dabei nicht nur den Nahblick auf die Praxis vor Ort, sondern eröffnet auch eine Perspektive auf spezifische Konfliktlinien des Krieges im Osten, die sich hier in besonderer Weise verdichteten. Neben der Entstehung, Organisation und Kampftätigkeit der Partisanenbewegung werden deren Verhältnis zur Zivilbevölkerung, die spezifische Rolle jüdischer Partisanen und schließlich der Konflikt mit der polnischen Heimatarmee beleuchtet, der in einen "Krieg im Krieg" mündete.
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